Effizient im virtuellen Zeitalter: Unternehmen im Umbruch
In jedem Unternehmen ist die Erhöhung der Effizienz von zentraler Bedeutung. Die Informationstechnologie kann hier viel beitragen, da Technologien wie Cloud Computing, Virtualisierung oder neuartige Endgeräte zur Verfügung stehen.
Lange sahen Unternehmen die Informationstechnologie lediglich als einen notwendigen Kostenfaktor, der zur Abbildung von internen Prozessen notwendig war. Mit den fortschreitenden Veränderungen der Kommunikations- und Arbeitsabläufe und der Notwendigkeit, immer mehr Leistung bereitzustellen, erhöht sich die Erwartungshaltung an die IT. Dabei werden die Vorgänge durch die ständig wachsende Anzahl an Daten und Anwendungen immer komplexer. Das führt zu einer Interessenskollision mit dem Bedarf an Kosteneinsparungen in diesem Bereich.
Letztlich kommt auch die Herausforderung des virtuellen Zeitalters hinzu, welches das bisherige Internetzeitalter ablöst. Eines der Charakteristika der neuen Ära ist die Auflösung der Grenzen zwischen privaten und Unternehmensressourcen. Dieser auch als "Consumerization" bezeichnete Wandel erfordert ein Umdenken bei der bisherigen Behandlung der Ressourcenplanung und Einbindung der Arbeitsmittel sowie bei der Planung und Umsetzung des Arbeitsalltags eines jeden Mitarbeiters.
Der Ausweg aus dem Dilemma liegt in der Steigerung der Effizienz in Unternehmen. Kostensenkungen sind nicht nur durch Einsparungen zu erzielen. Das größere Potential liegt in der Straffung von Prozessen, der Verschlankung von Strukturen und der Erschließung bislang unerkannten Potentials bei den Mitarbeitern der Unternehmen. Hier kann die IT federführend bei der besseren Nutzung von vorhandenen Ressourcen sein.
Als Vordenker in diesem Bereich hat Dell sein Konzept des "Efficient Enterprise" entwickelt. Es beruht auf den drei folgenden Säulen.
Effiziente Rechenzentren
Der erste Ansatzpunkt ist die effizientere Gestaltung des Rechenzentrums. Dazu gehört die Wahl einer offenen Plattform, um einmal getätigte Investitionen nicht durch proprietäre Systeme zu blockieren und eine größtmögliche Unabhängigkeit zu wahren. Wie wichtig das ist, zeigen Beispiele von Unternehmen, die einmal gefällte Entscheidungen teilweise auf Jahrzehnte nicht mehr revidieren können und so in eine Kostenfalle laufen. Außerdem führt eine effizientere Gestaltung des Rechenzentrums zu einer Freisetzung von bis zu 50 Prozent des IT-Budgets. Dafür erforderliche Maßnahmen umfassen beispielsweise eine einheitliche und abgestimmte Verwaltung sämtlicher IT-Ressourcen. Die Nutzung von Managed Services bietet hier zusätzliches Einsparpotential. Notwendig dazu sind eine Vereinheitlichung und vor allem eine Vereinfachung der Prozesse und der Hardware-Plattformen. Ein zu bunter "Zoo" an verschiedenen proprietären Einzellösungen erschwert die Wartung und Administration, verteuert sie dadurch und senkt die gesamte Effizienz eines Unternehmens.
Effizientes Cloud Computing
Die Effizienz eines Unternehmens lässt sich aber auch durch eine zeitnahe und flexible Bereitstellung von IT-Ressourcen erreichen. Wichtiger Ansatz hierzu ist das Cloud Computing. Bei schwankendem Bedarf oder kurzfristigen Lastspitzen kann ein Unternehmen trotz schrumpfender finanzieller Ressourcen einen immer größeren Bedarf abdecken. Von Vorteil sind dabei der sofortige Abruf sowie die granulare Abrechenbarkeit der erforderlichen Kapazitäten. Das kann auf zwei Arten geschehen.
Abhängig davon, wo sich die Daten befinden sollen, kommt entweder eine Lösung in der privaten oder öffentlichen Cloud in Frage. Zusätzlich zu der reinen Nutzung in öffentlichen Clouds oder als Implementierung in privaten Clouds, deren Hosting in den Kunden-eigenen beziehungsweise eigens abgegrenzten Provider-Rechenzentren stattfindet, ist eine Mischform möglich. Die Vorteile der einzelnen Varianten liegen auf der Hand. Öffentliche Clouds bieten durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen-Pools hohe Flexibilität, während bei der privaten Cloud die Anwender als unmittelbare Betreiber die Verteilung der Ressourcen, die sich entweder im eigenen Rechenzentrum oder beim Cloud-Provider befinden, selbst kontrollieren. Die Mischform ist ideal bei einem Datenvorkommen mit Informationen von unterschiedlicher Sensibilität.
Förderung des Potentials der Mitarbeiter - Effiziente Belegschaft
Die Strategie der effizienten Belegschaft unterstützt die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters. Dabei ist es wichtig, das volle Potential der Belegschaft auszuschöpfen, indem man ihre Bedürfnisse aufgreift. Der ständige Wandel im Mitarbeiterstamm spiegelt sich in einem immer flexibleren Arbeitsumfeld wieder. Darauf sollte die IT-Organisation reagieren und Arbeitsmittel zur Verfügung stellen, die die Mitarbeiter zur Leistung ihrer Kernarbeit befähigt. Neben den bekannten Arbeitsplatzrechnern kann dies auch neue Geräte wie Notebooks und Netbooks, Smartphones oder Tablets umfassen. Die Menschen sind an ihre Geräte und an die damit verbundene Flexibilität gewöhnt. Der mobile Einsatz von teils privaten Arbeitsmitteln und die Veränderungen in den Arbeitsabläufen erfordern die Bereitstellung von modernsten Technologien und einen reibungslosen Zugriff auf Unternehmensdaten. Wenn die Unternehmens-IT auf diese Anforderungen reagiert, leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Mitarbeiterproduktivität. Dabei spielt eine hohe Verfügbarkeit der IT-Systeme und die klare Definition von Sicherheitsrichtlinien eine immer wichtigere Rolle. Ein Beispiel für die Einbindung von privaten Ressourcen in das Unternehmensumfeld ist die Nutzung der Desktop-Virtualisierung.
Umbau in drei Stufen
Der Umbau zu einem effizienten Unternehmen erfolgt in drei Stufen. Zunächst müssen die wichtigsten Komponenten in der Informationsinfrastruktur standardisiert werden. Dabei analysiert das Unternehmen seine Systeme und stellt ältere, noch auf proprietärer Basis laufenden Systeme auf offene Plattformen um. Der zweite Schritt besteht in der Vereinfachung bereits bestehender Prozesse und der Abschaffung vieler unterschiedlicher regional eingesetzter Anwendungen zugunsten eines globalen Systems. Zur Vereinfachung sollte gegebenenfalls die Virtualisierung im Produktionsumfeld gehören. Nachdem dies erfolgt ist, kommt im dritten Schritt die Automatisierung zum Zuge. Durch die selbstständig ablaufende Provisionierung der neu virtualisierten Server-Infrastruktur dauert die Einrichtung neuer Server dann nur noch Stunden anstelle von Tagen. Dabei können IT-Administratoren von einer einzigen Konsole aus sämtliche Server und lokale Arbeitsrechner verwalten. Im Ergebnis können Unternehmen bisherige Ausgaben für Legacy-Systeme zugunsten der Unternehmensentwicklung investieren.
Abschließend betrachtet bestätigt sich die neue Rolle, die Informationstechnologie spielen kann. Anstelle einer reinen Abwicklung von Prozessen liegt die Zukunft der IT in der Nutzung neuen Potentials nicht nur im betrieblich-organisatorischen Umfeld sondern im täglichen Wirken eines jeden Mitarbeiters.
