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Technologie
Hardware
"Killergerät"

Apple legt mit iPhone & Co kräftig vor

Sibylle Gaßner
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Mittwoch, 10. Januar 2007, 11:31 Uhr

Die Spatzen haben es schon seit geraumer Zeit von den Dächern gepfiffen. Doch als Apple-Chef Steve Jobs nun das iPhone vorgestellt hat, blieb so manchem das Pfeifen im Halse stecken. Das Gerät übertrifft die wildesten Spekulationen.

Wie nicht anders zu erwarten, sparte Jobs selbst während seiner Präsentation auf der Macworld in San Francisco nicht mit Superlativen: "Heute erfindet Apple das Telefon neu. Zweieinhalb Jahre habe ich mich auf diesen Tag gefreut."

Was der Apple-Chef selbstbewusst als "Killergerät" bezeichnet, ist eine Kombination aus iPod, Handy und Computer und ist mit allem ausgestattet, was ein Mobiltelefon von heute haben muss: Kamera, WLAN und Bluetooth. Da es sich bei dem Gerät auch gleichzeitig um die nächste Generation des Video-iPods handelt, ist das iPhone außerdem mit einem 3,5-Zoll-Widescreen-Display ausgestattet. Auch das ist ein Novum. Die Bedienung erfolgt ausschließlich via Touchscreen, der Modus wird automatisch ausgeschaltet, wenn sich das Gerät dem Ohr nähert.

Das iPhone funktioniert mit dem Betriebssystem OS X, kann aber sowohl mit Mac-Computern als auch mit Windows-PCs synchronisiert werden. Im Internet gesurft wird über Apples Safari-Browser, als Kartendienst kommt Google Maps zum Einsatz und als Webmail-Service wurde Yahoo integriert. Damit hat Apple zwei der größten Internet-Unternehmen mit an Bord. Dank Quadband kann das iPhone auf der ganzen Welt genutzt werden.

Das Design ist in gewohnter Apple-Manier schlicht, der große Bildschirm dominiert die Frontseite, mit der "Home-Taste" ist nur ein Knopf zu sehen.  Google-Chef Eric Schmidt lobte das iPhone-Konzept als Erstling in einer "brandneuen Generation von Datendiensten". Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang betonte, das iPhone leite E-Mails "wie der Blackberry" ohne einen Exchange Server durch.

Das Gerät soll ab Juni in den USA auf den Markt kommen – mit einem Speicher von 4 Gigabyte kostet es 499 Dollar, das Modell mit 8 Gigabyte kommt auf 599 Dollar. In Europa ist der Marktstart für das vierte Quartal dieses Jahres geplant, Asien soll 2008 folgen. Apple will noch 2008 einen Marktanteil von einem Prozent erreichen, was in etwa zehn Millionen verkauften Geräten entspricht.

Ein wenig im Schatten des iPhone stand die Präsentation der Streaming Box 'Apple TV' – im September vergangenen Jahres unter dem Namen 'iTV' angekündigt. Dabei handelt es sich um ein kleines Multimediagerät, mit dem digitale Inhalte vom PC oder Mac auf den großen Fernsehbildschirm im Wohnzimmer gebracht werden können. Online-gekaufte Filme, TV-Aufnahmen, Musik, Fotos oder eigene Videos können so im hoch auflösenden Format wiedergegeben werden.

Das System kommt mit einer 40 GB Festplatte und kann an einen Fernseher sowie an bis zu fünf PCs angeschlossen werden. Es ist sowohl mit Mac- als auch mit Windows-Rechnern kompatibel. Apple TV soll im Februar für 299 Dollar in den US-Handel kommen. Bisher konnte Apple nach eigenen Angaben über 50 Millionen Fernsehsendungen und Filme von Disney verkaufen. Mit Paramount wird ab sofort ein weiteres Studio seine Filme im iTunes Store anbieten.

Angesichts dieses Produktfeuerwerks und vor allem der Natur dieser Produkte wunderte es am Ende kaum jemanden, als Steve Jobs schließlich noch ankündigte, dass das Wörtchen 'Computer' ab sofort ersatzlos aus dem Firmennamen gestrichen wird – der Konzern läuft also nun offiziell unter dem Namen Apple Inc. Damit soll die Konzentration des Unternehmens auf Unterhaltungselektronik im Firmennamen widergespiegelt werden.

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