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Technologie
Hardware
IT-Wettbewerbsrecht

Deutsche Behörden auf der Spur von Chip-Preisabsprachen

Kathrin Schmitt
|
Donnerstag, 2. November 2006, 13:59 Uhr

Samsung und andere Chip-Hersteller sollen die Gesetze gebrochen haben, die Preisabsprachen in der EU verhindern.

Wie der koreanische Konzern bestätigte, waren seine Büros in Deutschland am 11. Oktober von den deutschen Behörden durchsucht worden. Diese hätten eine Spur verfolgt, die zu möglichen illegalen Preisabsprachen führen soll. Samsung teilte mit, dass es volle Kooperation mit der Polizei und den betreffenden Behörden gebe, machte aber darüber hinaus keine Angaben.

Allerdings dürfte es sich dabei nicht um einen Einzelfall handeln. Es gibt noch mehr Durchsuchungen, die an diesem Tag in Deutschland durchgeführt worden seien. Wie ein Sprecher der EU-Wettbewerbshüter gegenüber AP sagte, nenne die EU aber niemals die Namen der Firmen, die verdächtigt werden, in ein so genanntes Preiskartell verstrickt zu sein oder die Wettbewerbsrechte im EU-Markt zu brechen.

Allerdings ist die Information, dass es sich nicht nur um Samsung handelt, mehreren Berichten zufolge durchgesickert. Ob noch in weiteren Ländern durchsucht wurde, ist aber zur Stunde nicht bekannt. Nur, dass die EU explizit gegen die Hersteller von Static Random Access Memory (SRAM) vorgeht und dass sie ihre Durchsuchungen ohne vorherige Ankündigung vornimmt. "Kommissionsmitarbeiter haben unangekündigte Kontrollen auf dem Gelände von einigen SRAM-Herstellern in Deutschland ausgeführt", hieß es in einer Erklärung der EU-Kommission.

Nun haben die Firmen zwei Monate Zeit, ihre Unschuld zu beweisen. Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Wie das Wall Street Journal meldet, sind ähnliche Untersuchungen auch in den USA angelaufen. Zu den Firmen, die hier ins Visier der Behörden geraten sind, gehören klangvolle Namen wie Sony. Aber auch Cypress, Micron, Toshiba USA und Mitsubishi USA sollen Verdacht erregt haben. Sie erhielten nach US-Recht eine Vorladung der Behörden. Dabei müssen einige von ihnen nachweisen, dass sie nicht in Preisabsprachen verwickelt waren oder sind.

Erste Analysten in den USA halten die Affäre für nicht sehr relevant. Der Markt für SRAM-Chips sei noch zu klein, damit eine solche Untersuchung spürbare Effekte auf die Anwender haben könne. SRAM-Chips werden vor allem in Speicherkarten, MP3-Playern und Digitalkameras eingebaut. Im Gegensatz zu dynamischen Speicherchips (DRAMs), die vorwiegend in Computern eingebaut werden, können sie auch ohne Stromversorgung die einmal abgespeicherten Informationen behalten.

Weltweit betrug das Marktvolumen 2005 laut dem Marktforscher iSuppli 2,8 Milliarden Dollar an SRAM, während das Volumen bei DRAMs etwa 24,8 Milliarden Dollar betrug. Die Analysten sprechen von sinkenden Margen - das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Hersteller möglicherweise zusammengetan haben, um den Markt offen untereinander abzustecken, statt den Wettbewerb frei spielen zu lassen. Die Untersuchungen laufen noch.

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