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Technologie
Hardware

Reizklima: Nordseeluft kühlt Rechenzentrum

Martin Schindler
|
Mittwoch, 17. Februar 2010, 15:14 Uhr

Das energieeffizienteste Rechenzentrum der Welt hat HP jetzt in Wynyard in Betrieb genommen. Zur Hilfe kam den Architekten dabei auch der verregnete Sommer der Grafschaft Durham. Sehen sie selbst ...

Den Sommer im Nordosten Englands erkennt man, so Spötter, daran, dass die Bewohner der Region ihre Wintermäntel offen tragen. Das klingt nicht unbedingt nach einem Landstrich, der vom Klima begünstigt ist. Und doch ist es gerade dieses britische Wetter - arm an Tiefen aber auch arm an Höhen -, das den Standortvorteil für das wohl effizienteste Rechenzentrum der Welt ausmacht.

Das Klima in Durham eignet sich nämlich perfekt um damit die vier Serverräume mit jeweils 1000 Quadratmeter Grundfläche konstant auf 24 Grad zu halten. Zwar gibt es auch in Wynyard Klimaanlagen, doch die müssen nur sehr selten die frische Meeresluft zusätzlich kühlen. Bauleiter Maurice Julian von den HP Data Centre Services geht davon aus, dass die Klimageräte etwa 20 Stunden im Jahr tatsächlich kühlen müssen. An rund 200 Tagen im Jahr sind sie dennoch in Betrieb, allerdings nur, um der Luft Feuchtigkeit zu entziehen.

Fotogalerie: Nordseebrise kühlt Rechenzentrum

Luft! Mit diesem Ventilator bläst HP frische Nordseeluft in das neue Datenzentrum in Wynyard, Billingham, in der Grafschaft Durham. Auf etwa 4000 Quadratmetern Stellfläche laufen Server auf denen Unternehmen und Kommunen ihre Daten verarbeiten. Seit etwa zwei Wochen läuft die Anlage, klimatisiert fast ausschließlich mit Meeresluft.
Über diese gigantischen Rohre kommt die Luft in das hochsichere Rechenzentrum. Wynyard ist ein Tier-3-Rechenzentrum. Das bedeutet, dass neben wichtigen Unternehmensdaten hier auch das britische Verteidigungsministerium sowie die Pensionskasse Datenverarbeitung in Auftrag gibt.
Unter normalen Bedingungen schaufeln die Ventilatoren die Luft durch Metallschleusen, so genannten Louvres. Links im Bild sind die Filter, die Staub und andere Schwebeteilchen aus der Luft sieben. Dann strömt die Luft in einen großen Raum unter das Rechenzentrum, das 'Supply Plenum'.

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Der Stromverbrauch für die Klimatisierung fällt dadurch also sehr gering aus. Rund 80 Prozent der verbrauchten Energie werden alleine für Rechenleistung benötigt. Normal sind etwa 66 Prozent. Ganz ohne Strom geht es natürlich dennoch nicht. Denn große Ventilatoren müssen die Luft schließlich durch das Rechenzentrum wälzen.

Für die Computer-gestützte Standortwahl hat HP sich die Wetterdaten der vergangenen 100 Jahre angesehen und die halbstündlichen Wetteraufzeichnungen des zurückliegenden Jahrzehnts.

Außerdem sammelt HP am Standort das Regenwasser, um es für das Rechenzentrum zu nutzen. Auch ist das Dach mit einer Farbe gestrichen, die das Sonnenlicht möglichst gut reflektiert und so zusätzliche Erwärmung verhindert. Trotz all dieser Maßnahmen liegen die Baukosten laut HP nicht höher als für ein herkömmliches Rechenzentrum.

Fotogalerie: Hightech in schottischen Highlands

Sun Microsystems hat sich in Schottland häuslich niedergelassen. Genauer gesagt in der kleinen Ortschaft Linlithgow, etwa 20 Autominuten westlich von Edinburgh. Sun hat hier ein neues so genanntes Executive Briefing Centre errichtet, wo Sun-Lösungen auf Herz und Nieren getestet werden können. Neben einer atemberaubenden Landschaft, Menschen mit Dudelsäcken und unverständlichem Akzent war vor allem die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräften für die Standortwahl ausschlaggebend.
Edinburgh ist die Hauptstadt der nach mehr Unabhängigkeit strebenden Schotten.
Gleich hinter der Stadtgrenze gibt die Landschaft einen ersten Vorgeschmack der wildromantischen Natur.

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