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Technologie
Hardware

Eingebettete Systeme: Hidden Champions der Industrie

Lutz Poessneck
|
Freitag, 19. Februar 2010, 12:26 Uhr

Über 98 Prozent aller produzierten Chips werden in so genannte 'eingebettete Systeme' eingebaut. Das sind insbesondere Mikrocomputer, die meist unsichtbar in Geräten, Maschinen, Anlagen oder Autos integriert werden. Im Auto steuern sie beispielsweise Infotainment-Systeme, Scheibenwischer, Stabilitätskontrolle (ESP), Bremsassistent, Tempomat oder Einparkhilfe.

"Eingebettete Systeme sind die Hidden Champions der deutschen Industrie. Sie haben eine herausragende Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, doch ihre Bedeutung wird hierzulande leider komplett unterschätzt", sagte Bitkom-Präsident Professor Dr. August-Wilhelm Scheer.

August-Wilhelm Scheer
August-Wilhelm Scheer
Foto: IDS Scheer

Das Marktvolumen für eingebettete Systeme in Deutschland wird nach Bitkom-Angaben im 2010 voraussichtlich bei knapp 19 Milliarden Euro liegen. Der Anteil spezialisierter Anbieter beträgt dabei bis zu 4 Milliarden Euro. Weitere 15 Milliarden Euro werden von Firmen generiert, die eingebundene Systeme als Teil größerer Geräte herstellen. Der Markt hat sich in den vergangen Jahren mit stabilen Zuwachsraten von bis zu acht Prozent pro Jahr entwickelt. Die spezialisierten Anbieter beschäftigen mehr als 40.000 Mitarbeiter – Tendenz steigend. Zudem sind quer durch die deutsche Industrie derzeit weitere rund 250.000 Arbeitnehmer unmittelbar mit eingebetteten Systemen befasst.

"Wir wollen, dass den eingebetteten Systemen endlich die Aufmerksamkeit gewidmet wird, die sie verdienen – dafür braucht es Information und Aufklärung", so Scheer. Hierzu hat der Bitkom anlässlich der Leitmesse Embedded World, die vom 2. bis 4. März in Nürnberg stattfindet, die Broschüre Embedded Systeme - Ein strategisches Wachstumsfeld für Deutschland vorgestellt. In ihr werden Einsatzfelder der Technologie gezeigt.

Zwei Beispiele: Herzschrittmacher werden den Patienten mit Standardwerten implantiert, etwa bei der Schrittmacherfrequenz. Die individuelle Anpassung erfolgt erst danach. Per Funk und ohne invasiven Eingriff kann der Arzt Werte abrufen und den Schrittmacher einstellen. Das eingebettete System im Programmiergerät des Arztes steuert dabei die Messung, Anzeige und Übertragung der Daten.

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