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Technologie
Hardware

Handwerker-Bus als Datenzentrale – M2M vor dem Durchbruch

Martin Schindler
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Freitag, 10. September 2010, 16:48 Uhr

Immer häufiger werden künftig Maschinen mit Maschinen kommunizieren. Die Chancen für so genanntes M2M sind riesig.

Die direkte Kommunikation zwischen elektronischen Geräten (Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, M2M) ermöglicht hochwertige neue Dienstleistungen. Zugleich können Unternehmen vor allem Kosten sparen und Effizienz steigern. Günstigstenfalls erschließen sie auch neue Einsatzfelder für Produkte. Deshalb stehen derzeit in fast allen Branchen neue M2M-Anwendungen vor dem Durchbruch. Als weiteren Markttreiber sieht die ICT-Management-Beratung Detecon die für M2M notwendige Technik, die bereits jetzt für den Breiteneinsatz verfügbar sei, wie die Marktbeobachter glauben.

Maschinen und Geräte werden intelligent und lernen mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Weltweit gibt es bereits bis zu 35 Milliarden Mikrocontroller, die zur Maschinensteuerung eingesetzt werden. Ihr Anwendungsspektrum reicht von der Industriepumpe bis zur Kaffeemaschine. Jährlich kommen bis zu einer Milliarde neu hinzu. Zudem werden jährlich mehr als 300 Millionen tragbare Geräte der Konsumelektronik verkauft, von denen heute bereits jedes fünfte auf Basis des Internetprotokolls (IP) vernetzt ist.

Dazu zählen zum Beispiel Spielkonsolen oder digitale Bilderrahmen. Die meisten Telekommunikationsunternehmen haben inzwischen Kompetenzcenter zu M2M aufgebaut und bieten attraktive Lösungen zur Vernetzung der Maschinen an. Sie arbeiten inzwischen fast ausschließlich auf Basis von Breitbandnetzen, die eine IP-basierte Kommunikation ermöglichen. Auch ist die für M2M notwendige Hardware heute kostengünstig und flächendeckend verfügbar. Dies sind überwiegend kompakte Modems, die den Controllern die Kommunikation ermöglichen.

"Speziell die drahtlose Verbindung von für den Mobilfunk geeigneten Geräten untereinander eröffnet ein sehr großes Marktpotenzial für neue Services", sagt Dr. Volker Rieger, Leiter der Gruppe "Technology Portfolio Strategy" bei Detecon. "Zugleich kann die Integration von mobilen oder entfernten Ressourcen in die Unternehmensprozesse die Kosteneffizienz und Produktivität von Unternehmen erhöhen." Diese könnten ihre firmeneigenen Netze nun einfach auf externe Anwender wie Kunden oder Außendienstmitarbeiter ausdehnen. Dies ermögliche eine Automatisierung der Business-Prozesse über das eigene Unternehmen hinaus. "Produkt- und Serviceanbieter können dadurch viel näher am Kunden sein und ihn enger betreuen", so Rieger.

Ein Beispiel sind Anwendungen der Fahrzeugindustrie. So ermöglicht etwa der Landmaschinenhersteller Claas KGaA mbH mit telematischen Dienstleistungen Landwirten und Lohnunternehmern, jederzeit in Echtzeit per Web auf alle wichtigen Daten ihrer Maschinen zuzugreifen. Die Leistungsdaten der Maschinen lassen sich analysieren, mit den Daten anderer Maschinen vergleichen und daraufhin optimieren. Dieser Telematik-Service reduziert unter anderem Wartungs- und Reparaturzeiten. Auf diese Weise erfindet sich das Unternehmen als Dienstleister für die Ernteunterstützung neu und differenziert sich von seinen Wettbewerbern.

"Der M2M-Markt erfordert eine enge Verzahnung von Prozessen aus der jeweiligen Anwendungsbranche mit denen der Telekommunikation", sagt Rieger. "Erst sie schafft aus den von der Maschine generierten Daten einen geschäftsrelevanten Mehrwert. Die Wachstumsraten bei M2M hängen deshalb auch davon ab, inwiefern es Unternehmen gelingt, Prozessketten über die gesamte Wertschöpfungskette von der Maschine über die Kommunikationsinfrastruktur bis hin zur Anwendung aufzubauen." Ein Erfolgsschlüssel liege deshalb darin, inwiefern potenzielle M2M-Anbieter, wie zum Beispiel Autohersteller einerseits und Mobilfunkanbieter andererseits, ein partnerschaftliches Verhältnis im Sinne einer Win-win-Situation herbeiführen könnten.

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