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Handy-Verbot über den Wolken steht auf der Kippe

silicon.de
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Donnerstag, 5. August 2004, 16:53 Uhr

Telefonieren mit dem Handy ist inzwischen - wenn auch nicht immer gerne gesehen - fast überall möglich und auch erlaubt.

Telefonieren mit dem Handy ist inzwischen - wenn auch nicht immer gerne gesehen - fast überall möglich und auch erlaubt. Absolute Tabuzone sind allerdings Flugzeuge, zu groß ist die Angst, dass die empfindliche Bordelektronik durch die Strahlung der Mobiltelefone gestört werden könnte. Doch das Handyverbot über den Wolken steht möglicherweise auf der Kippe. Die Lufthansa will im Herbst die ersten Tests im Flug durchführen, berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital. "Wir haben verlässliche Daten, dass die Flugzeuge sehr resistent gegen elektromagnetische Wellen sind. Die Störfestigkeit ist sehr groß", zitiert das Blatt Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Man habe inzwischen Tests durchgeführt, bei denen die Geräte und Leitungen an Bord einer bis zu 25fachen Sendeleistung eines Handys ausgesetzt worden seien.

Im Bundesverkehrsministerium dominiert allerdings noch Skepsis. "Wir sind von der Ungefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung noch nicht überzeugt", wird Ministeriums-Sprecher Felix Stenschke zitiert. Grundsätzlich sei das Telefonieren an Bord in Deutschland verboten und eine Aufhebung des Verbots stehe bislang auch nicht zur Debatte. Man warte auf Initiativen der Fluggesellschaften. Das lässt sich die Lufthansa nicht zweimal sagen. Bis zum Herbst will die Airline erreichen, dass Passagiere zumindest vor dem Start und nach der Landung mit ihren Handys telefonieren dürfen. In den USA ist dies bereits gestattet.

Derzeit läuft in Deutschland das Projekt WirelessCabin zur Handy-Nutzung im Flugzeug. Dabei untersucht ein internationales Team mit Ingenieuren von Airbus, Siemens, Ericsson, Inmarsat und dem Kabinenbauer KID-Systeme, wie Funknetze der Flugzeugkabine über Satellit mit den Telekomnetzen am Boden verbunden werden können, ohne die Flugzeugelektronik zu stören.

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