CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
Technologie
Mobile & TK

WiFi 2.0 stört medizinische Systeme

Dietmar Müller, pte
|
Freitag, 2. Mai 2008, 13:22 Uhr

In der Diskussion um die künftige Verwendung von ungenutzten analogen TV-Frequenzen, den sogenannten 'White Spaces', haben sich in den USA Hersteller von medizinischen Systemen zu Wort gemeldet. Sie befürchten, dass die Nutzung von Frequenzen unterhalb der 700-Megahertz-Grenze für drahtloses Highspeed-Internet medizinische Systeme empfindlich stören könnten.

Damit bekommt die 'White Spaces Coalition' (WSC), der unter anderem Branchenriesen wie Google, Microsoft und HP angehören, einen weiteren Gegenspieler im Kampf um die Verwendung dieser Frequenzen. Unter dem Namen 'WiFi 2.0' verfolgt die WSC das Ziel, über diese weißen Flecken im Spektrum flächendeckend Internetzugangsservices anbieten zu können.

Die US-Kliniken führen nun ihre telemetrischen Medizinsysteme als Argument gegen die Pläne der WSC ins Treffen. Diese Systeme werden in Krankenhäusern verwendet, um die Vitalfunktionen von Patienten laufend überwachen zu können. Die Messsensoren sind dabei am Körper angebracht und übertragen die Werte über Funk an das zentrale System. Dadurch wird den Patienten mehr Komfort in der Klinik geboten, da diese nicht an das Bett gebunden sind und sich im Gebäude frei bewegen können. Die Datenübertragung erfolgt hierbei auf dem TV-Kanal 37, also im Bereich von 608 bis 614 Megahertz. Würden nun rund um diesen Frequenzbereich andere Services angeboten, so könnte dies zu Störungen oder gar einem Ausfall der Patientensysteme führen, befürchten die Medizintechniker.

"Wenn nun Services in diesem White-Space-Spektrum online gehen, die tausendmal leistungsfähiger sind als unsere Geräte, so könnte dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu Interferenzen mit den Systemen führen, die zur Überwachung der Lebensfunktionen von Patienten dienen", gibt Tim Kottak, Cheftechniker von GE Healthcare, gegenüber dem Branchenportal CNET zu bedenken. Erfahrungen mit möglichen Auswirkungen von Interferenzen gibt es in den USA bereits. Vor zehn Jahren fielen in einem Hospital in Dallas die telemetrischen Systeme komplett aus. Als Ursache ermittelte man schließlich einen lokalen TV-Sender in der Umgebung, der Tests mit digitalen Signalen auf derselben Frequenz durchführte. Die US-Kommunikationsbehörde FCC reservierte damals als Konsequenz den Frequenzbereich von Kanal 37 und erlaubte lediglich medizinischen Telemetriesystemen, dieses Spektrum zu nutzen.

Nun erwarten die Hersteller von medizinischen Systemen ähnliche Probleme, sollten die White Spaces für Internetdienste freigegeben werden. Entscheidet sich die FCC dennoch für eine Öffnung dieser Frequenzen, so erwartet Kottak, dass das medizinische Spektrum möglichst gut abgesichert wird. Dabei sollten auch die Nachbarkanäle 36 und 38 komplett gesperrt werden, so der Medizintechniker. Die Nutzung der frei werdenden Frequenzen wird auch in Europa diskutiert. Kommissarin Viviane Reding hat sich bereits dafür ausgesprochen, die White Spaces zum Transport von Webdiensten zu verwenden.

  1 | 2 Seite 2/2 »
 
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in technologie

Zehn exotische Ladegeräte

Handy-Laden per Micro-USB ist inzwischen mit vielen Smartphones möglich. Dennoch kann man seinem Leben mit extravaganten Ladegeräten etwas ...
09. Februar 2012

Samsung-Tablet: Apple scheitert mit Verkaufsverbot

Das Tablet "Galaxy Tab 10.1N" von Samsung wird es auch weiter in Deutschland zu kaufen geben. Das Landgericht Düsseldorf lehnte einen entsprechenden ...
09. Februar 2012

Das steckt hinter AMDs neuer Strategie

Nach einem Analystentag von AMD beschreibt der zweite Teil unseres Hintergrundartikels, die Details der künftig geplanten Technologieprojekte.
09. Februar 2012

neueste leserkommentare
08. Februar 2012 | 08:38 Uhr

Die Überschrift "pöbeln" wird im Text nicht belegt

Das was da von Herrn Friedrich zitiert wird hat nichts mit pöbeln zu tun! Es ist mir völlig unverständlich, wie man hier von pöbeln schreiben kann. Mehr ...

zu Innenminister Friedrich pöbelt gegen Netzgemeinde
07. Februar 2012 | 16:14 Uhr

Bezirksgericht

Richtig! Danke für die Ergänzung. Mehr ...

zu Münchner Gericht erlaubt Galaxy Tab 10.1N und Nexus
07. Februar 2012 | 11:04 Uhr

Motorola ./. Apple

Leider schaffe ich es nicht, für Apple irgendwelche Tränen zu verlieren nach deren Klageorgie gegen Samsung. Sie haben Motorola ja vorgemacht, wie man so etwas tut. Daß der Schuß nach hinten ... Mehr ...

zu Motorola will Teil der Apple-Umsätze
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Abteilungsleiter(in) Revision

bei Energiewerke Nord GmbH (Feste Anstellung)

Projektmanager – Strategisches Marketing

bei Schreiner Group GmbH & Co. KG (Feste Anstellung)

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei