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Technologie
Mobile & TK

Gekapptes Unterseekabel nimmt Asien vom Netz

Martin Schindler
|
Montag, 22. Dezember 2008, 13:16 Uhr

Gleich drei Glasfaserkabel wurden auf dem Grund des Mittelmeers aus noch ungeklärten Gründen durchtrennt. Internet- und Telefonverbindungen zwischen Europa und Südasien sind deshalb erheblich gestört.

Zwischen Sizilien und Tunesien wurden in einem Teilstück die Leitungen durchtrennt, so ein Sprecher der France Telecom. Über die Ursachen herrsche derzeit jedoch Unklarheit. Möglicherweis hat ein Schiffsanker oder ein Schleppnetz die drei Glasfaserstränge durchtrennt.

Fotogalerie: Wie Unterseekabel verlegt werden

Unterseekabel sind die Lebensadern der modernen Kommunikation - wie sehr wir von ihnen abhängig sind wurde klar, als Anfang des Jahres gleich vier davon zerstört wurden. Im Bild die "Ile de Sein", die für Telstra ein 9120 Kilometer langes Kabel zwischen Hawaii und Australien verlegt. Die Bandbreite der Verbindung beträgt 1,28 TBit/s. (Bild: Alcatel-Lucent).
Es gibt zwei Arten von Unterseekabel: Eine dünne für große und eine dicke für geringe Tiefen. Dort sind oft Schiffe unterwegs, deren Netze und Anker die Kabel beschädigen können. (Bild: ZDNet Australia)
Hier sieht man eine Kabeltrommel - je nach Stärke wird das Kabel in Lagen bis zu 7 Meter hoch mit einem Durchmesser von 15 Metern aufgewickelt. (Bild: ZDNet Australia)

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Als Folge verlangsamte sich die Datenübertragung in Nahost sowie nach Südasien um rund 75 Prozent. Außerdem brachen viele Internetverbindungen und Telefonate ab. Normalerweise bekommen die Nutzer von solchen Unfällen nichts zu spüren. Da aber diesmal gleich drei Kabel gekappt wurden, sind natürlich auch die Ausweichleitungen völlig überlastet.

Am Sonntagabend wird die Raymond Croze, das Kabelschiff der France Télécom das Gebiet erreicht haben und mit dem Tauchroboter Hector die losen Enden der knapp 20 Millimeter dicken Kabel auffischen und wieder zusammenflicken. Dafür müssen die Ingenieure ein neues Kabelstück einfügen, das dann in einer Schleife auf den Meeresboden ausgelegt wird.

Ein Kabel könnte bereits kurz nach Weihnachten wieder in Betrieb genommen werden. Die beiden anderen soll bis Ende des Jahres wieder jeweils ein Terabit pro Sekunde über den Meeresgrund jagen können. Im Januar 2008 kam es zu einem ähnlichen Ausfall.

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