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Tim Cook kümmert sich um "jeden Arbeiter" in der Lieferkette

Martin Schindler
|
Freitag, 27. Januar 2012, 14:06 Uhr

Apple steht unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit und schlechte Nachrichten über die Arbeitsbedingungen in den Werken in China sind hässliche Flecken auf dem sauberem Image von Apple.

Nur wenige Tage nach neuen Schlagzeilen über unmenschliche Bedingungen für Arbeiter bei Apple-Zulieferern schlägt Apples neuer CEO Tim Cook jetzt offenbar eine neue Richtung ein. "Wir kümmern uns um jeden Arbeiter in der Lieferkette", erklärt Cook jetzt in einer Mitteilung an die Belegschaft, die der Branchendienst 9to5Mac veröffentlichte.

Sollte dem wirklich so sein, hat man davon bislang wenig mitbekommen. Allerdings muss auch dazu gesagt werden, dass das nicht alleine ein Problem von Apple ist, sondern vermutlich der gesamten Branche. Doch die Öffentlichkeit erwartet von Apple nicht nur Produkte, die sich von den Konkurrenten abheben, sondern offenbar auch überdurchschnittliches Verantwortungsbewusstsein.

Fotogalerie: Zu Gast bei Foxconn-Arbeitern

Joel Johnson war für Wired und Gizmodo in  Shenzen in China, um über den Apple-Zulieferer Foxconn zu berichten. Als Vertragsnehmer von Apple, Amazon, Cisco, HP, Dell, Nintendo, Microsoft, Nokia oder auch Sony setzt das Unternehmen jährlich 60 Milliarden Dollar um. Hier eine Außenansicht einer Foxconn-Fabrik.
Foxconn-Arbeiter stürzten sich vergangenes Jahr reihenweise in den Tod. Netze sollen offenbar Abhilfe schaffen.
Johnson berichtet, dass die Arbeiter auf dem Campus leben und arbeiten. Hier sind ältere Schlafräume zu sehen.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Cook weist jetzt aber Berichte darüber zurück, dass sich Apple nicht um die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in der Lieferkette sorgt, diese seien "offenkundig falsch und beleidigend". Cook bezieht sich in seinem Schreiben unter anderem auf einen umfassenden Bericht der New York Times, der die unhaltbaren Bedingungen in der iPhone-Herstellung berichtet. Eine Explosion aufgrund mangelnder Sicherheitsbedingungen in einem Werk von Foxconn Technologies soll demnach für mehrere Tote und Verletzte verantwortlich sein.

Ein ehemaliger Foxonn-Manger berichtet darin auch, "dass Apple sich noch nie für etwas anderes interessiert habe, als die Kosten zu senken und die Produktqualität zu steigern". Auch ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter wird mit den Worten zitiert: "Wir wussten von den Ausbeutungen der Arbeiter in einigen Fabriken seit Jahren und sie finden noch immer statt."

Cook hält dagegen, dass Apple jährliche Audits bei seinen weltweiten Zulieferern abhält und dabei auch die Arbeiter über ihre Rechte aufgeklärt würden. Zudem würde Apple jedes Jahr strengere Kontrollen einführen. Und so habe Apple bereits dafür gesorgt, dass sich die Bedingungen für Hundertausende Arbeiter verbessert hätten. "Kein anderes Unternehmen in der Branche tut so viel wie wir tun, an vielen Stellen und für so viele Menschen wie möglich." Außerdem werde Apple sich den Problemen in der Lieferkette stellen. "Darauf habt ihr mein Wort", so Cook in seiner Mail.

Hier der Original-Text der Mitteilung an die Apple-Mitarbeiter:

Team,

As a company and as individuals, we are defined by our values. Unfortunately some people are questioning Apple's values today, and I'd like to address this with you directly. We care about every worker in our worldwide supply chain. Any accident is deeply troubling, and any issue with working conditions is cause for concern. Any suggestion that we don't care is patently false and offensive to us. As you know better than anyone, accusations like these are contrary to our values. It's not who we are.

For the many hundreds of you who are based at our suppliers' manufacturing sites around the world, or spend long stretches working there away from your families, I know you are as outraged by this as I am. For the people who aren't as close to the supply chain, you have a right to know the facts.

Every year we inspect more factories, raising the bar for our partners and going deeper into the supply chain. As we reported earlier this month, we've made a great deal of progress and improved conditions for hundreds of thousands of workers. We know of no one in our industry doing as much as we are, in as many places, touching as many people.

At the same time, no one has been more up front about the challenges we face. We are attacking problems aggressively with the help of the world's foremost authorities on safety, the environment, and fair labor. It would be easy to look for problems in fewer places and report prettier results, but those would not be the actions of a leader.

Earlier this month we opened our supply chain for independent evaluations by the Fair Labor Association. Apple was in a unique position to lead the industry by taking this step, and we did it without hesitation. This will lead to more frequent and more transparent reporting on our supply chain, which we welcome. These are the kinds of actions our customers expect from Apple, and we will take more of them in the future.

We are focused on educating workers about their rights, so they are empowered to speak up when they see unsafe conditions or unfair treatment. As you know, more than a million people have been trained by our program.

We will continue to dig deeper, and we will undoubtedly find more issues. What we will not do--and never have done--is stand still or turn a blind eye to problems in our supply chain. On this you have my word. You can follow our progress at apple.com/supplierresponsibility.

To those within Apple who are tackling these issues every day, you have our thanks and admiration. Your work is significant and it is changing people's lives. We are all proud to work alongside you.

Tim Tim

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