CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
Technologie
Netzwerk
Suchen im Web-2.0-Look

Was taugt die soziale Suche?

Sibylle Gaßner
|
Donnerstag, 25. Januar 2007, 13:06 Uhr

Suchmaschinen menscheln seit neuestem ganz gewaltig - schnöde mathematische Formeln sind plötzlich nicht mehr gut genug. Höchste Zeit, sich an den Umgang mit Bookmarks, Frage-Antwort-Spielchen und neuen Communities zu gewöhnen.

Der Erfolg der Suchmaschine Google basiert auf einem eigenen Algorithmus. Laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia handelt es sich dabei schlicht um eine "genau definierte Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems" - in diesem Sinne sei auch ein Kochrezept ein Beispiel für einen Algorithmus.

Klingt einfach - ist es aber nicht. Weshalb wohl nur die wenigsten Nutzer in der Lage wären den Google-Algorithmus nachzuvollziehen, selbst wenn der Konzern diesen veröffentlichen würde. Fragen beantworten, bei denen der beste Algorithmus versagt -  zum Beispiel nach dem Sinn des Lebens oder dem besten Sushi-Restaurant in Köln - können dagegen vermeintlich viele. Versammeln sie sich auf einer Plattform, um ihre Antworten auszutauschen, nennt sich das 'Social Search'.

Das Prinzip ist eine der heißesten Geschäftsideen des Web 2.0 und vom Start-up bis zu Microsoft wird derzeit eifrig experimentiert. Mit unterschiedlichem Erfolg. Auf den ersten Blick erstaunlich, hat ausgerechnet Google mit seinem Service 'Google Answers' nicht den Sprung aus dem Experimentierstadium heraus geschafft. Der Dienst wurde Ende vergangenen Jahres eingestellt.

"Der Dienst war kostenpflichtig und unsere Services waren in der Regel kostenlos, auch das war ein Grund, warum wir den Dienst eingestellt haben", sagte Google-Sprecher Stefan Keuchel im Gespräch mit silicon.de. "Die Antworten, die in der Zeit gesammelt wurden, werden jetzt den Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt." Google Answers geht auf eine Idee von Google-Gründer Larry Page zurück und wurde im April 2002 gelauncht - zu einem Zeitpunkt also, wo vom Web 2.0 noch keine Rede war, geschweige denn von Social Search und dem entsprechenden Handwerkszeug wie RSS, Tagging oder Bookmarking.

Schlauköpfe als Geschäftsmodell

Google war seiner Zeit möglicherweise etwas zu weit voraus, was aber nicht bedeutet, dass das Thema jetzt komplett fallengelassen wurde. Im Oktober vergangenen Jahres ging die 'Google Custom Search Engine' in die Betaphase, das Produkt ermöglicht es beispielsweise Unternehmen oder Bloggern eine eigene Suchmaschine in ihre Seite zu integrieren, und zwar im Baukastenprinzip. Dabei kann der Seitenbetreiber entscheiden, welche Seiten in den Index aufgenommen werden und welche nicht. Die Nutzer wiederum können eine URL, die für sie besonders hilfreich war, mit bestimmten Schlagworten kennzeichnen. Je öfter dies geschieht, desto prominenter die Position, auf der die soziale Suchmaschine die entsprechende Webseite auflistet, wenn eines der Schlagwörter eingegeben wird.

Der Service arbeitet also in erster Linie mit Hilfe von Bookmarks und Tags. Meinungen und persönliche Einschätzungen kommen hier nur indirekt zum Tragen. Doch Social Search in Reinform geht noch einen Schritt weiter und zielt auf einen Nutzer, der sich vom reinen Konsumenten zum Produzenten von Inhalten entwickelt.

In Europa hat dieses Prinzip der Suchmaschinenbetreiber als erster Lycos auf den Markt gebracht. Der Dienst 'Lycos IQ' verzeichnet auch in Deutschland eine ständig wachsende Zahl an Besuchern und Seitenaufrufen. "Seit 2002 haben wir beständig an Reichweite verloren, 2006 ging es dank IQ erstmals nach oben, das war vor allem auch psychologisch wichtig", sagte uns Thomas Servatius, Portalmanager bei Lycos. Dass sein Unternehmen in diesem Bereich sogar gegen Google punkten kann, erstaunt ihn nicht zu sehr. "Google hat sich immer als überlegene Technologie betrachtet und deshalb verfolgen sie nach meiner Meinung nicht intensiv den Ansatz des Social Search."

  1 | 2 Seite 2/2 »
 
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in technologie

Nützliche Geräte für das Home Office

Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten von zu Hause aus. silicon.de stellt Geräte vor, die für Heimarbeiter nützlich sein können.
06. Februar 2012

IT-Trend: Kontextbezogene Dienste

Die Managementberatung Accenture hat in der Studie 'Technology Vision 2012' auf vielversprechende IT-Trends hingewiesen.
06. Februar 2012

Google-Forschungspreis für Freiburger Informatikerin

Prof. Dr. Hannah Bast, Inhaberin des Lehrstuhls Algorithmen und Datenstrukturen am Institut für Informatik der Universität Freiburg, erhält ...
06. Februar 2012

neueste leserkommentare
06. Februar 2012 | 09:37 Uhr

Nachtrag zum Artikel

IBM crowd sourcing could see employed workforce shrink by three quarters http://tinyurl.com/23ara48 Quelle: Personnel Today, 23. April 2010 Mehr ...

zu IBM: Community statt Festanstellung
05. Februar 2012 | 19:42 Uhr

Schreibfehler !

Es muß heißen: Der als Kim Dotcom geborene Schmitz... Der Mann wird behandelt, wie ein Mörder. Das kann alles nicht normal sein. er sollte für sein geschäftliches Talent ausgezeichnet werden ... Mehr ...

zu Kim DotCom, Opfer brutaler Polizeigewalt
03. Februar 2012 | 12:48 Uhr

So ein Schmarrn!

Mit Verlaub die Frage, ob das hier "w i t z i g" gemeint sein soll? Wenn ja, dann ok. Wenn nein, dann muss ich mich schon fragen, was mit einem solchen Artikel bezweckt werden ... Mehr ...

zu Das Sturmtief Ansgar im Wasserglas
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Assistant Manager (m/w) Advisory - Health Care/Sozialversicherung Frankfurt

bei KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Feste Anstellung)

Country Manager (m/w)

bei Mercuri Urval GmbH (Feste Anstellung)

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei