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Unternehmenssuche

Google hat große Pläne mit seinen Appliances

Ellinor Mills, Erich Bonnert
|
Montag, 14. Mai 2007, 11:46 Uhr

Zwei eingereichte Patente geben Einblicke in die Funktionalität und potenziell in die künftigen Geschäftsmodelle des Suchspezialisten. Ein Patentexperte und Google-Beobachter hat sie analysiert.

Stephen Arnold kommt nach der Analyse zweier Patentanträge neueren Datums zu dem Schluss, dass Google Appliances für E-Mail und andere Unternehmensanwendungen konstruiert. Er zitiert aus zwei Patenten - 'Determination of a Desired Repositor' und 'Programmable Search Engine' -, die es nach seiner Ansicht ermöglichen, eine Google-Appliance beim Anwender mit Googles eigenen Rechenzentren zu verbinden, fast wie ein Knoten im Netzwerk. Diese Verbindung erlaube es dem Anwender, die Applikationen und Rechenleistung der Google-Server zu nutzen, schreibt Arnold in einer Pressemitteilung.

"Noch interessanter ist, dass eine Google-Appliance Daten an die Google-Server schicken kann, um sie in neue Informationsprodukte einzubinden, für die dann wiederum Gebühren erhoben werden können," heißt es weiter. Ein Handelsunternehmen kann zum Beispiel seinen gesamten Produktkatalog durch seine Appliance direkt zu Google schieben. Auf dem gleichen Weg könnte eine Firma Videos oder andere Inhalte direkt von Google erhalten. Außerdem könnten mehrere Appliance-Anwender Daten miteinander austauschen. "Das derzeitige Angebot ist die Suche. Künftig wird es E-Mail sein, Unternehmensanwendungen und viele andere innovative Partnerschaften, mit denen die Appliance-Kunden ihre Informationen besser ausnutzen können," schreibt Arnold.

So wie die Google Search Appliance eine Art Outsourcing der firmeninternen Suchfunktion darstellt, könne Google den Appliance-Rechner als Helfer der IT-Abteilung positionieren, der Suche, Textverarbeitung und andere Anwendungen übernimmt, die das Unternehmen nicht selbst abwickeln will. Je mehr Applikationen eine Firma von Google per Datennetz erledigen und verwalten läßt, desto mehr Geld und Ressourcen könne sie sparen.

Das steht im Einklang mit Googles eigener Zukunftsvision vom Web-basierten Anwendungs-Provider. Auf der Hauptversammlung am vergangenen Donnerstag erklärte Vorstandschef Eric Schmidt, das Unternehmen sei dabei, über Suche und Werbung hinaus zu expandieren. "Wir werden den Begriff "Search, Ads and Apps" als Definition unseres Firmenzwecks verwenden", diktierte er der Presse direkt vor Sitzungsbeginn. "Wir haben große Möglichkeiten vor uns, indem wir auf eine neue Plattformarchitektur wechseln, die auf den Daten im Netz basiert."

Ein Google-Sprecher gab als Erwiderung auf Arnolds Theorie die folgende Erklärung ab: "Der Informationsschutz geht bei Google über alles. Dies gilt für die Google Search Appliance und Google Mini. Insbesondere haben wir keine Funktionen hinzu gefügt, die fälschlicherweise als Kommunikation mit Google.com interpretiert werden könnten, wie beispielsweise Auto-Update-Funktionen oder Diagnoseberichte. Die Google Search Appliance und Google Mini sind nicht und waren auch nie mit Google.com verbunden. Wir haben keine Pläne, diese Rechner mit Googles Rechenzentren zu verbinden und keine Kommunikationstechniken in diesen Rechnern dienen diesem Zweck."

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