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Berners-Lee nennt die Sargnägel für Google

Kathrin Schmitt
|
Montag, 17. März 2008, 11:12 Uhr

Google, einer der größten Konzerne der IT-Welt, wird bereits angezählt. Niemand geringeres als Tim Berners-Lee, einer der ersten kommerziellen Programmierer des Internet und Vater vieler neuer Entwicklungen, darunter HMTL, gibt Google nicht mehr viel Zeit. Er hält die neuen Web-2.0-Entwicklungen für eine echte Gefahr für den Suchmaschinengiganten.

Die Ära der neuen Web-Anwendungen sei so komplex, vielfältig und multifunktionell, dass Google ganz automatisch degradiert werden könnte. Berners-Lee ließ in einem Interview mit der britischen Times Online lediglich eines gelten: dass sich das Internet dank des Konzerns heute leichter durchsuchen und navigieren lässt. Doch sonst soll nicht viel bleiben vom Google-Ruhm.

In der Vision des 'Internet-Vaters' wird der Konzern zu einem Mega-Meshup. Denn in der modernen Web-Welt sei die Internet-Anbindung bereits in jedem einzelnen Datensatz und Informationsteil integriert. Google verliere somit seine zentrale Instanz. Dies sei möglich, weil die Menschen feststellen würden, dass sie über das Internet mit viel mehr Dingen und Medien verbunden sein können als das heute der Fall ist, sagte er.

Im Web der nächsten Generation, das Berners-Lee auch gern "semantisches Web" nennt, erhält ihm zufolge jedes Ding, jeder Datensatz und selbst jede Verbindung "einen Längen- und Breitengrad", wie bei einer geographischen Karte. Und jeder Nutzer kann die so markierten Daten beliebig selbst anfassen und verbinden. So verbunden, könnten die Daten für ganz unterschiedliche Aufgaben verwendet werden.

Er lud die Leser ein, sich vorzustellen, sie könnten ihre Kontendaten und ihren Kalender dazu bringen, dass sie dieselbe Sprache sprechen. Dann sei auf einen Blick klar, wann der Nutzer Geld ausgegeben habe. Noch einmal verbunden mit dem privaten Online-Fotoalbum werde sichtbar, dass der Nutzer das Geld an einem bestimmten Tag ausgegeben habe, und zwar genau dort, wo er im Park Fotos von seinen Kindern gemacht hatte. Zu Ende gedacht, würde ihn die Anwendung selbst darauf aufmerksam machen, dass er diese Kosten nicht von der Steuer absetzen darf.

Berners-Lee sieht hierbei nur wenige Aufgaben, die für Firmen wie Google unbedingt nötig sind. Aber auch solchen Unternehmen, die bereits im Web 2.0 unterwegs sind, wie MySpace und Facebook, bescheinigte er keine rosige Zukunft. Derzeit seien die Nutzer sehr begeistert von Verbindungen zwischen Menschen und das sei auch verständlich, weil sich Menschen eben für Menschen interessieren, sagte er der Publikation. Aber nach und nach würden die Endverbraucher merken, dass das neue Web viel mehr kann.

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