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Mit der AutoTram ins Büro

Lutz Poessneck
|
Montag, 26. Juli 2010, 12:23 Uhr

Mit der "AutoTram" entwickeln Forscher eine umweltschonende Alternative zu heutigen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die AutoTram ist so lang wie eine Straßenbahn und so wendig wie ein Bus und vereint die jeweiligen Vorteile der Fahrzeuge: Schienen und Oberleitungen sind nicht notwendig – die AutoTram rollt auf Gummireifen und folgt einfach weißen Linien auf der Straße.

Feierabend: Die Fahrgäste stehen geduldig an der Haltestelle und warten auf ihre Buslinie. Immer wieder steigen ihnen Abgase in die Nase, wenn ein Bus hält und dann wieder anfährt. Dieses Szenario könnte bald der Vergangenheit angehören: Nicht nur Busse fahren dann mit Strom, mit Wasserstoff oder einer Kombination unterschiedlicher Antriebe. Ein mögliches Zukunftsgefährt ist die AutoTram.

Im Großprojekt Fraunhofer-Systemforschung Elektromobilität dient die AutoTram als Versuchsplattform. "Wir möchten die Elektromobilität in Deutschland voranbringen", sagt Professor Holger Hanselka, Koordinator des Projekts. "Mit unseren Plattformen – der AutoTram und einem Pkw – zeigen wir, dass die neuen Komponenten im Zusammenspiel funktionieren." Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF fördert dieses Vorhaben mit insgesamt 44 Millionen Euro aus den Konjunkturprogrammen I und II für den Zeitraum von zwei Jahren.


AutoTram
Foto: Fraunhofer IVI

Nach einem Jahr Forschungsarbeit liegen nun erste Ergebnisse vor. "Erste Konstruktionen der AutoTram entstanden bereits vor einigen Jahren am Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden", sagt Dr. Matthias Klingner, der das Institut leitet. "Diese Kombination aus Bus und Bahn bietet eine ideale Plattform, um neue Entwicklungen nicht nur in Simulationen, sondern in Aktion zu testen."

Anders als Autos, die im Durchschnitt 23 Stunden am Tag parken – sind Busse und Bahnen den ganzen Tag unterwegs. So bleibt wenig Zeit, die Batterien zu laden. Eine Lösung für die AutoTram sind Schnellladestationen an Haltestellen. An jedem dritten oder vierten Haltepunkt kann Strom gezapft werden. In 30 bis 60 Sekunden muss die erforderliche Energiemenge bei mehr als 1000 Ampere und 700 Volt aufgetankt werden. In dieser kurzen Zeit ist das nur mit Superkondensatoren möglich.

Die Forscher arbeiten an den notwendigen Modulen: beispielsweise an Energiespeichern, die auf Doppelschichtkondensatoren basieren, an Hochleistungswandlern und an Kontaktsystemen zur Übertragung des Stroms. Die Doppelschichtkondensatoren – auch Supercaps genannt – haben im Gegensatz zu Batterien eine hohe Leistungsdichte. Sie sind es, die dafür sorgen, dass die Ladung schnell gespeichert werden kann.

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