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Technologie
Sicherheit
Datenschutz

Briten erschüttert über Datenverlust

Stefan Beiersmann
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Freitag, 23. November 2007, 12:53 Uhr

In Großbritannien zeigen sich die ersten Folgen des wohl größten Datenverlustes der Geschichtedes Landes, von dem mehr als jeder dritte Brite betroffen ist.

Nachdem vielfach vor allem die mangelnde Aufklärung der Betroffenen durch die Behörden kritisiert worden war, hat nun eine Umfrage unter 1000 Verbrauchern gezeigt, wie dringend Informationen über einen möglichen Identitätsdiebstahl benötigt werden.

90 Prozent der Befragten würde den Verlust eines Betrages von 1000 Pfund auf ihrem Konto nicht bemerken. Nur etwa 20 Prozent der Teilnehmer haben erklärt, mindestens einmal im Monat einen Kontoauszug zu kontrollieren. Alle anderen haben längere Zeiträume genannt. 16 Prozent ignorieren gar aus Angst ihre finanziellen Verhältnisse vollständig. Die gleiche Zahl hat eingestanden, mehr über Prominente und Sport als über die eigenen Kontobewegungen zu wissen.

Nach diesem für viele Briten beispiellosen Datenverlust kommen nun auch neue Fragen zu den geplanten digitalen Ausweisen in Großbritannien auf. Denn Sicherheitsexperten sehen die Verantwortung für den Verlust alleine bei den Behörden. "Die Regierung muss sicherstellen, dass die Sicherheit der Daten als eine gemeinsame Verantwortung aller Angestellten wahrgenommen wird", sagte John Colley, der frühere Sicherheitsbeauftragte der Royal Bank of Scotland. "Diese Daten wurden von Leuten verloren, die sich des enormen Risikos nicht bewusst waren, das sie auf sich genommen haben."

Die Regierung in Großbritannien hat auf die Kritik reagiert und Premierminister Gordon Brown hat eine Überprüfung der Richtlinien zum Umgang mit Daten in allen Regierungsabteilungen und Behörden angekündigt. "Wir haben dem Datenschutzbeauftragten die Befugnisse gegeben, um alles Notwendige zum Schutz von Daten zu unternehmen", sagte Brown in einer Fragestunde im Unterhaus.

Dass die Prüfungen des Datenschutzbeauftragten nur als Stichproben durchgeführt werden sollen, haben Kritiker als unzureichend bezeichnet. Auch sei eine gesetzliche Regelung zum Umgang mit Datenverlusten weiterhin nicht geplant.

Eine entsprechende Initiative wird schon seit längerem gefordert, schließlich war der Vorfall bereits der dritte bei der Steuerbehörde in den letzten drei Monaten. In den USA wurde nach den massiven Datenverlusten der Veteranenbehörde und des Handelsriesen TJX eine Gesetzgebung eingeleitet.

Auch wenn die verlorenen Datenträger bisher noch nicht aufgetaucht sind und Experten weiterhin davon ausgehen, dass diese nicht in die Hände von Kriminellen gefallen sind, erwarten Sicherheitsexperten für das Wochenende eine deutliche Zunahme von Phishing-Versuchen, die auf die bereits verunsicherten Briten zielen.

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