CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
Technologie
Sicherheit
Kriminalitätsbekämpfung

Cyber-Krieg wird weltweit vorbereitet

Kathrin Schmitt
|
Freitag, 30. November 2007, 17:15 Uhr

Ein neuer Report von McAfee verbreitet Angst: Demnach sind mehr als 100 Länder weltweit drauf und dran, digitale Bomben zu zünden. Der Krieg im Internet nimmt dabei, laut dem Sicherheitsspezialisten, bereits ganz konkrete Formen an.

Neben einer Auflistung der Gefahrenszenarien enthält der Criminology Report 2007 eine Vielzahl von Warnungen. Individuen seien in der Zukunft genauso stark gefährdet wie Industriekonzerne und Firmen. Sogar ganze Länder könnten durch eine gut vorbereitete Cyber-Attacke bedroht werden.

Der Cyber-Krieg, der über eine Vielzahl von PCs weltweit ausgeführt werden kann, werde innerhalb der nächsten zehn Jahre zur einer großen Gefahr für die Sicherheit, so die Spezialisten. Sie haben sich mit Experten wie dem FBI und der NATO beraten und folgendes herausgefunden: Nationen werden immer stärker durch Web-Spionage gefährdet, da diese über Geld und Können verfügt und somit immer umfassender und spezialisierter wird; Online-Dienste wie Social Networking werden zunehmend missbraucht, um Phishing-Angriffe loszutreten; zum Dritten sehen sie den Schwarzmarkt mit Software-Fehlern zu einer echten Gefahr werden, die sich zu einem milliardenschweren Geschäft entwickelt hat.

Cyber-Spionage sei dabei ein Fakt, vor dem keine Regierung und kein Land der Welt die Augen verschließen dürfe. Geheimdienste nutzen demnach offen und mit spezialisierten Werkzeugen das Web, um die Netze anderer Länder auszuspionieren, sie nach Schwächen abzuklopfen und Informationen zu sammeln, die der eigenen Geheimdiensttätigkeit oder der eigenen Regierung nützen. Cyber-Anschläge auf Netze in den USA, Estland, Deutschland, Indien und Neuseeland und Australien hätten dies erst kürzlich sehr deutlich gezeigt.

Das Netz werde zunehmend für militärische, politische und für Wirtschaftsspionage genutzt, jeweils von verschiedenen interessierten Parteien, manchmal von denselben. Und nicht einmal die Mächtigen der Welt sind davor gefeit: "NATO-Analysten sagten, dass es möglich war, 90 bis 95 Prozent der Informationssysteme ihrer Mitglieder mit konventionellen Werkzeugen und guter IT-Praxis zu schützen und Bedrohungen abzuwehren, aber die jüngste Serie von Angriffen hat sich als wertvoller Weckruf erwiesen für Regierungen und Schlüsselindustrien in aller Welt." Wie es in dem Report weiter hieß, seien Angriffe zunehmend in die Tiefe großer Infrastrukturen gerichtet.

Der Markt für Angriffe und Bedrohung, der Handel mit Viren und die Verhökerung von Software-Bugs nähmen immer größere Ausmaße an. Die Hacker seien immer mehr am Finanziellen interessiert, so die Erkenntnis von McAfee. Der Einzelne hingegen müsse sich vor immer ausgefeilteren Bedrohungen, Angriffen auf neue Infrastruktur und IT-Dienste und auf verstärkte Angriffe auf ihre paar Groschen einstellen, da Online-Banking immer mehr zunehme. Das führe dazu, dass der Bürger immer weniger Vertrauen habe in die Industrie, die ihn schützen will, und in die Regierung, die ihn schützen soll. Die Autoren des Reports gehen aber auch auf die Gegenmaßnahmen ein und zitieren aus dem Wunschkatalog der Strafverfolgungs- und Security-Experten: Sie wollen mehr Möglichkeiten erhalten, Cybercrime weltweit zu verfolgen, um Bürger und Industrie besser zu schützen.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in technologie

Zehn exotische Ladegeräte

Handy-Laden per Micro-USB ist inzwischen mit vielen Smartphones möglich. Dennoch kann man seinem Leben mit extravaganten Ladegeräten etwas ...
09. Februar 2012

Samsung-Tablet: Apple scheitert mit Verkaufsverbot

Das Tablet "Galaxy Tab 10.1N" von Samsung wird es auch weiter in Deutschland zu kaufen geben. Das Landgericht Düsseldorf lehnte einen entsprechenden ...
09. Februar 2012

Das steckt hinter AMDs neuer Strategie

Nach einem Analystentag von AMD beschreibt der zweite Teil unseres Hintergrundartikels, die Details der künftig geplanten Technologieprojekte.
09. Februar 2012

neueste leserkommentare
08. Februar 2012 | 08:38 Uhr

Die Überschrift "pöbeln" wird im Text nicht belegt

Das was da von Herrn Friedrich zitiert wird hat nichts mit pöbeln zu tun! Es ist mir völlig unverständlich, wie man hier von pöbeln schreiben kann. Mehr ...

zu Innenminister Friedrich pöbelt gegen Netzgemeinde
07. Februar 2012 | 16:14 Uhr

Bezirksgericht

Richtig! Danke für die Ergänzung. Mehr ...

zu Münchner Gericht erlaubt Galaxy Tab 10.1N und Nexus
07. Februar 2012 | 11:04 Uhr

Motorola ./. Apple

Leider schaffe ich es nicht, für Apple irgendwelche Tränen zu verlieren nach deren Klageorgie gegen Samsung. Sie haben Motorola ja vorgemacht, wie man so etwas tut. Daß der Schuß nach hinten ... Mehr ...

zu Motorola will Teil der Apple-Umsätze
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei