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Technologie
Sicherheit

Bugs im Online-Banking grassieren

Kathrin Schmitt
|
Montag, 28. Juli 2008, 16:57 Uhr

Online-Banking ist gefährlich. Eine aktuelle Studie aus den USA gibt jetzt Sicherheitsanbietern in Europa recht, die behaupten, dass Online-Banking viel öfter unsicher als sicher ist. Dies kollidiert mit den Beteuerungen der jeweiligen Institute, ihr System sei sicher. Mitnichten, teilten die Fachleute von Tier-3 in Großbritannien jetzt mit.

Ihre Erfahrungen decken sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie. Diese besagt, dass die meisten Bugs strukturell bedingt sind. Das heißt, dass sie nicht so leicht gefunden und beseitigt werden können wie einfache Softwarefehler.

Fotogalerie: Verseuchte E-Mails – laut, bunt und ja: irgendwie lustig

Der E-Mail-Wurm 'Avron' verbreitet sich via Internet und reist im Anhang infizierter Nachrichten. Einmal in einem System angekommen, verbreitet er sich dort über gemeinsam genutzte Laufwerke und betätigt sich nebenbei als Passwort-Dieb.
'Calposa' kommt mit einer E-Mail mit folgender Betreffzeile: "Antivirus-Programme verderben Ihre Software!". In der Mail dann folgender Text: "Wollen Sie wissen, warum Sie Junk-Mails bekommen? Nun, hier ist der Beweis, dass Antivirus-Firmen Ihre Software manipulieren und vertrauliche Informationen an Internetunter-nehmen verkaufen! Warum glauben Sie, gibt es so viele Viren da draußen?"
Der Backdoor-Trojaner 'Cabrotor' wurde in der Programmiersprache Delphi geschrieben. Wird er ausgeführt kopiert er sich selbst in das Windows-Directory und meldet sich selbst im System Registry an. Am Ende öffnet der Schädling eine Verbindung zum IRC-Channel und wartet auf weitere Befehle des Hacker.

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Sie zitierten eine aktuelle Studie der University of Michigan, USA. Die Wissenschaftler rund um den Studienautor, Professor Atul Prakash, hatten dafür 214 US-basierte Banking-Websites untersucht, die größtenteils international aktiv sind. Wie Tier-3 jetzt mitteilte, hat die Studie recht, wenn sie behauptet, dass etwa 75 Prozent der Banking-Websites tiefgreifende Designfehler aufweisen. Diese ermöglichen es, dass die Kunden möglicherweise Cyberkriminellen ausgeliefert sein können.

Dagegen hilft nach Ansicht der Briten nur ein "Kraut": die Banken und auch ihre Kunden müssen sich über Scans Gedanken machen, die auffällige Verhaltensweisen in der Site und in den Geldbewegungen in den Systemen entdecken. Dies sei die einzige Möglichkeit, solchen strukturellen Problemen zu begegnen. Geoff Sweeney, Chief Technlogy Officer bei Tier-3, sagte, dass diese Fehler nicht durch einen einfachen Patch behoben werden können, sondern nur durch ebenso strukturelle Gegenmaßnahmen.

Besonders Geschäftskunden, die große Summen deponieren und oft aus Kosten- und Zeitgründen Online-Banking betreiben, sollten darauf bestehen, die Bank in punkto Sicherheit genau unter die Lupe zu nehmen, so Sweeney. Die verhaltensbasierten Schutzmechanismen können allerdings auch kundenseitig wirken, betonte er. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bietet seit Jahren wertvolle Tipps für den Kunden in Deutschland.

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