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Technologie
Sicherheit

Microsoft: Kein Hintertürchen in Windows 7

Martin Schindler
|
Freitag, 20. November 2009, 13:37 Uhr

Die NSA kommentiert, dass Microsoft lediglich bei der Umsetzung von Sicherheitsstandards in dem neuen Betriebssystem beteiligt gewesen sei. "Microsoft hat und wird auch keine Hintertüren in Windows einbauen", erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber der US-Presse.

Zu Beginn der Woche hatte Richard Schaeffer, Information Assurance Director der NSA, dem Senats-Unterausschuss für Terrorismus und Homeland Security mittgeteilt, dass die NSA mit Microsoft bei der Entwicklung von Windows 7 zusammengearbeitet hatte, um "die Sicherheitsrichtlinien in Microsofts Betriebssystem zu verbessern".

Der Microsoft-Sprecher konkretisierte, dass die NSA ausschließlich an dem 'Security Compliance Management Toolkit' mitgewirkt hätte. Das Toolkit wurde rund einen Monat nach dem offiziellen Start von Windows 7 veröffentlicht. Dieses Toolkit richtet sich an Behörden, große Organisationen oder Unternehmen. Mit diesem Werkzeug kann das Betriebssystem unter anderem mit Sicherheitskonfigurationen erweitert werden, die in der normalen Version nicht enthalten sind.

Die Bürgerrechtsorganisation EPIC (Electronics Privacy Information Center) sieht in der Zusammenarbeit zwischen NSA und Microsoft viel Konfliktpotential. Schließlich habe diese Behörde Überwachung zum Ziel. Und hinter vorgehaltener Hand wird schon seit geraumer Zeit gemunkelt, dass Regierungsbehörden Hersteller drängen, technische Voraussetzungen zu schaffen, um gegebenenfalls die Kommunikation abfangen zu können. Für die Unternehmen sei es jedoch äußerst schwer, die 'Vorschläge' von Regierungsbehörden abzulehnen, da die Hersteller von Regierungsaufträgen abhängig sind, erläutern die Mitarbeiter von EPIC.

Immer wieder treten Sicherheitsbedenken und Bedenken über eine Überwachung der Kommunikation durch Sicherheitsdienste von Regierungen auf. So wurde einst die Bundesregierung von offizieller Seite davor gewarnt, allzu Vertrauliches über den Blackberry zu schicken, da die Pakete über einen Server in London geschickt würden, wo der britische Geheimdienst zumindest theoretisch die Möglichkeit habe, auf den Datenstrom zuzugreifen.

Auch der Netzwerkausrüster Cisco soll angeblich die technischen Voraussetzungen für ein "Lawful Intercept" also die Möglichkeit für ein Kommunikationsüberwachung durch eine Regierungsbehörde in das Internetworking Operating System (ISO) und in einigen VoIP-Produkten integriert haben.

Viele Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass Microsoft und die NSA gemeinsam eine Hintertür in Windows 7 eingebaut haben. Denn den Skandal, der durch eine derartige Vorgehensweise vom Zaun gebrochen würde, könnten sich weder Microsoft noch die Regierung der USA leisten.

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