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Technologie
Software

Linux-PCs als Plattform für Raubkopien - Community läuft Sturm

silicon.de
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Montag, 4. Oktober 2004, 14:05 Uhr

Mit scharfer Kritik hat die australische Open-Source-Industrie auf eine Aufsehen erregende Gartner-Studie reagiert.

Mit scharfer Kritik hat die australische Open-Source-Industrie auf eine Aufsehen erregende Gartner-Studie reagiert. Darin hatte Analystin Annette Jump geschrieben, neue PCs mit vorinstalliertem Linux könnten vor allem deshalb Marktanteile gewinnen, weil 40 Prozent der Rechner später mit einer Raubkopie von Windows ausgestattet werden. Die Nutzer würden sich so Zugang zu einem billigen Windows-Rechner verschaffen. Die 'Open Source Industry Australia' (OSIA) wies diese These als absurd zurück. "Wir bezweifeln Jumps Schlussfolgerung und ihr Zahlenmaterial", schreibt OSIA-Sprecher Steven D'Aprano dem Branchendienst Techweb in einer Stellungnahme. "Ohne eine Darstellung der Methodik, einer Präsentation der Originalzahlen und der Umfragepraktiken, sind diese Ergebnisse äußerst dubios. Jumps Logik ist bestenfalls problematisch, im schlimmsten Fall eine Posse."

Wenn Händler PCs mit vorinstalliertem Linux verkaufen, könne das nur heißen, dass es eine große Nachfrage für Linux auf dem Desktop gebe, so D'Aprano weiter. Überhaupt sei die ganze Idee, dass das Open-Source-Betriebssystem die Windows-Piraterie vorantreibe, ein schlechter Witz.

Nach Angaben der Gartner-Studie werden in diesem Jahr weltweit fünf Prozent aller Desktop-PCs mit Linux verkauft. Davon würden aber nur 1,3 Prozent tatsächlich unter dem Betriebssystem laufen. In Zukunftsmärkten sei dieser Trend noch wesentlich stärker ausgeprägt. In der Region Asien-Pazifik, zu der auch Australien gehört, werden nach Schätzung der Experten 80 Prozent der Linux-Rechner mit einer illegalen Windows-Kopie aufgewertet.

"Wenn Microsoft ein Problem mit Piraterie hat, sollten nicht die OEMs (Original Equipment Manufacturer) dafür verantwortlich gemacht werden, die PCs mit vorinstalliertem Linux verkaufen. Schließlich verbieten wir den Supermärkten auch nicht, Brot zu verkaufen, nur weil dann jemand die Butter stehlen könnte", so der erboste OSIA-Sprecher. "Wir haben ein besseres Produkt zu einem günstigeren Preis und Microsoft kommt dagegen nicht anders an, als uns der Piraterie zu beschuldigen."

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