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Technologie
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Trends

Web 2.0 auf dem Gipfel der Hype-Kurve

Jannis Moutafis
|
Freitag, 11. August 2006, 15:07 Uhr

Mögen sich die Experten ruhig darüber streiten, was denn eigentlich Web 2.0 genau sein soll. Es ist mit Sicherheit 'The Next Big Thing' und bekommt deswegen von Gartner den diesjährigen Hype-Oscar.

Das Marktforschungsunternehmen hat sich zur Verleihung allerdings die Mühe gemacht, vier Schlüsseltechnologien und -Trends herauszusuchen, die den Hype fassbarer machen und kurzfristig prägen sollen. Dazu gehören Ajax, Mashup, Social Network Analysis (SNA) und die 'Kollektive Intelligenz'. Die ersten drei sollen bereits in den nächsten zwei Jahren ein hohes Maß an Reife erreicht haben.

Ajax (Asynchronous JavaScript and XML) dürfte zumindest für ein technisches Publikum die vertrauteste der vier Technologien sein. Gartner sieht Ajax als eine Technologie mit Potenzial für gravierende Auswirkungen auf Anwendungen und das Internet, weil sie eine "erweiterte, interaktivere Nutzererfahrung innerhalb der Grenzen eines modernen Browsers" erlaubt. Vordergründig bereichert Ajax Web-Anwendungen mit mehr Features. Der eigentliche Wert von Ajax liege jedoch darin, dass serverseitig sehr aufwändige und komplexe Anwendungen wie Google Maps für den Nutzer einfach zu handhaben sind.

Unter Mashup ist die einfache Integration verschiedener Anwendungen und Datenquellen unter derselben Benutzeroberfläche zu verstehen. Typischerweise handelt es sich dabei um Daten und Funktionalität aus Websites und Web-Anwendungen, die unter einen Hut gebracht werden, weswegen sie mit einem minimalen Aufwand an Programmierung integriert werden können. Der Nutzen von Mashup liegt in der schnellen Implementation von Anwendungen nach sehr individuellen Bedürfnissen. Allerdings warnt Gartner auch vor den Schwachstellen des Konzepts: Die resultierende Anwendung ist abhängig von der Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit jeder einzelnen Komponente. Versagt eine, ist oft die gesamt Anwendung hinfällig.

Social Network Analysis (SNA) definiert Gartner als die "Nutzung von Informationen und Wissen einer Vielzahl von Personen und deren persönlicher Netzwerke". Dadurch können Unmengen von Daten aus sehr unterschiedlichen Quellen gesammelt und analysiert werden, was wiederum zu neuen Informationen und Erkenntnissen führen kann. Diese Erkenntnisse können das Fundament neuartiger Geschäftsmodelle bilden. Google will zum Beispiel diese Technik nutzen, um innerhalb von MySpace Werbung zu platzieren. In MySpace können private Nutzer ihre persönlichen Seiten einrichten und sich mit anderen Mitgliedern austauschen.

Kollektive Intelligenz hat laut Gartner noch einen fünf- bis zehnjährigen Reifeprozess vor sich. Sie hat allerdings das Potenzial, große Veränderungen herbeizuführen. Es handelt sich dabei um die kollektive Entwicklung von Inhalten, geistigen Gütern wie Software, aber auch von Verknüpfungen und Entscheidungen. Einen Vorgeschmack davon haben in den letzten Jahren die Open-Source-Bewegung und Wikipedia geliefert, Gartner sagt allerdings eine Verbreitung dieser Arbeitsweise auf praktisch alle Lebensbereiche voraus.

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