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EU-Kommission übernimmt Galileo-Vorläufer EGNOS

Kathrin Schmitt
|
Donnerstag, 2. April 2009, 15:39 Uhr

Die Europäische Gemeinschaft will ihr Satellitensystem verbessern und hat deshalb die EGNOS-Infrastruktur gekauft. Der 'European Geostationary Navigation Overlay Service' gilt als Vorläufer des Ortungs- und Überwachungssystems Galileo.

Gleichzeitig hat die EU das Unternehmen ESSP SaS mit dem Betrieb des Systems beauftragt. Das EGNOS-System wurde im Rahmen des Forschungsprogramms der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt. Mehr als 600 Millionen Euro wurden in den letzten zwölf Jahren in die Entwicklung von EGNOS investiert.

EGNOS bietet Nutzern der Satellitennavigation einen Navigations- und Ortungsdienst mit hoher Leistungsfähigkeit innerhalb von Europa. Das System umfasst drei Transponder in geostationären Satelliten und ein Bodennetz von rund 40 Ortungsstationen sowie vier Kontrollzentren, die alle miteinander vernetzt sind. EGNOS kann das derzeitige zivile GPS-Signal ergänzen. Es wird vorwiegend für sicherheitskritische Anwendungen im Verkehr eingesetzt werden, teilte die EU mit.

ESSP SaS, der neue Betreiber, gehört gewissermaßen zur Familie. Das französische Unternehmen wurde von sieben Flugsicherungsorganisationen gegründet: Aena (Spanien), DFS (Deutschland), DSNA (Frankreich), ENAV (Italien), NATS (Vereinigtes Königreich) NAV Portugal und Skyguide (Schweiz). Die Europäische Weltraumorganisation wird weiterhin die Rolle der Design- und Beschaffungsstelle wahrnehmen.

EGNOS ergänzt das bestehende US-amerikanische GPS-System. Es sendet Integritätssignale in Echtzeit und liefert damit Informationen zum Zustand der GPS-Konstellation. Zusätzliche Korrekturdaten erhöhen die Genauigkeit der derzeitigen GPS-Dienste von rund 10 Meter auf rund 2 Meter. EGNOS deckt die meisten europäischen Staaten ab und kann auf andere Regionen erweitert werden, etwa Nordafrika und EU-Nachbarländer sowie generell auf Regionen, in denen das von drei geostationären Satelliten abgestrahlte EGNOS-Signal empfangen werden kann. Ab heute steht das EGNOS-Signal als Ergänzung von Galileo für den operationellen Einsatz auf der Basis "wie verfügbar" ohne Zusicherung von Eigenschaften bereit.

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