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Technologie
Software

Microsoft will Windows für andere Browser öffnen

Sibylle Gassner
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Montag, 27. Juli 2009, 10:50 Uhr

Im Streit um die Koppelung seines Betriebssystems Windows mit dem Internet Explorer beugt sich Microsoft dem Druck der EU. Künftig soll allen Windows-Nutzern automatisch die Installation eines Konkurrenz- Browsers zu Microsofts Internet Explorer angeboten werden.

Das Angebot Microsofts sieht außerdem vor, dass alle derzeitigen Windows-Nutzer in Europa mit Hilfe eines Software-Updates gefragt werden, ob sie den Browser wechseln wollen. Dazu bekommen sie eine Liste mit möglichen Alternativen. Bei Neuinstallationen soll der IE weiterhin mitgeliefert werden, allerdings soll hier eine Möglichkeit für die Nutzer geboten werden, den Browser mit wenigen Klicks zu deaktivieren und ein anderer Browser als Standardprogramm auszuwählen.

Fotogalerie: Zehn Alternativen zum Internet Explorer

Maxthon erinnert zuallererst an den Internet Explorer. Kein Wunder - er basiert auf ihm. Aber er hat auch ein paar zusätzliche Features, wie etwa eine umfangreiche Suchfunktion (hier im Bild). Zudem werden ein Popup-Blocker sowie ein Content-Filter mitgeliefert, die ihnen Flash-Werbung ersparen.
Noch ein IE-Klon: Avant ist ein Cloud-Browser, der die Favoriten, Passwörter, RSS Feeds und alles mögliche andere online abspeichert. Er zeigt verschiedene geöffnete Sites in nur einem Fenster an - das sogenannte "tabbed browsing" -, wobei ein Tabbed Document Interface dabei helfen soll, die Übersicht zu behalten.
Von dem haben Sie sicher schon mal gehört, was? Oder Sie benutzen ihn gerade - denn er ist die meistgenutzte Alternative zum IE: Mit rund 20 Prozent weltweitem Marktanteil ist Firefox von der Mozilla Foundation ein echter Konkurrent für Redmond. In Deutschland ist der Anteil sogar noch größer. Müssen wir nix mehr zu sagen, oder? Außer vielleicht, dass Sie viele neue Freunde auf offener Straße finden, wenn Sie mit einem Firefox-T-Shirt unterwegs sind.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Außerdem will Microsoft auf seiner Website erklären, wie die Nutzer den Internet Explorer im System deaktivieren können. Wenn die Kommission dies akzeptiere, könne Windows 7 in der EU mit dem gleichen Funktionsumfang ausgeliefert werden wie im Rest der Welt. Die EU-Kommission begrüßte den Vorschlag und kündigte an, es werde nun geprüft, ob dadurch den Verbrauchern die Möglichkeit zu freien Auswahl gegeben werde.

Microsoft knüpft den Vorschlag an die Bedingung, dass damit mögliche Strafen vom Tisch sind. Bisher drohen ein hohes Bußgeld und weitere Sanktionen. Frühere Strafgelder aus Brüssel gegen Microsoft belaufen sich bereits auf rund 1,7 Milliarden Euro. Der neue Vorschlag werde dem europäischen Wettbewerbsrecht voll und ganz gerecht, sagte Microsoft-Justiziar Brad Smith laut einer Mitteilung von Microsoft.

Bisher hatte Microsoft als Kompromiss angekündigt, das am 22. Oktober startende neue Windows 7 ohne Browser auszuliefern. Die EU-Wettbewerbshüter hatten darauf skeptisch reagiert. Das EU-Verfahren war nach einer Beschwerde des norwegischen Browser-Herstellers Opera eingeleitet worden. Dort begrüßte man den neuen Microsoft-Vorschlag.

Microsofts Einlenken sei als "Kapitulation angesichts einer fast sicheren Niederlage vor der EU-Kommission" zu verstehen, sagte Anwalt Thomas Vinje, der Opera vertritt.

Fotogalerie: Einblicke in die Firefox-Zukunft

In der Version 3.7 wird der Firefox voraussichtlich eine überarbeitete Oberfläche bekommen. Mozilla veröffentlichte jetzt erste Entwürfe für die Windows-Version. Neu eingeführt wird demnach der so genannte "Page"-Button (2): Hier werden wohl verschiedene Browser-Funktionen zu finden sein.
Hinzu kommt außerdem der Tools-Button (3) oben rechts. Über diesen können beispielsweise direkt Veränderungen an der Browser-Oberfläche vorgenommen werden. Auch die Bookmarks sind über das Feld erreichbar.
Sowohl die Toolbar als auch die Tabs können dabei auf die Glass-Darstellung von Aero zurückgreifen. Der gesamte Browser mit Ausnahme der dargestellten Webseite erscheinen dadurch halbtransparent. Die Designer wollen so außerdem den 3D-Effekt bei den Buttons verstärken.

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