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Terroristen missbrauchen Facebook für Morddrohungen

Dietmar Müller, pte
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Montag, 7. April 2008, 14:33 Uhr

Ein Anhänger der iranischen Terrororganisation Hisbollah hat das Social Network Facebook zum Verschicken von Morddrohungen missbraucht. Wie das Online-Portal Australian IT berichtet, erhielt eine jüdische Facebook-Nutzerin die Drohungen gegen sich und ihre Familie, nachdem sie eine Online-Freundesanfrage des selbsternannten Terroristen abgelehnt hatte.

Die australischen Behörden haben nun eine Untersuchung gegen den Mann, der sich selbst unter dem Namen Ibrahim Dirani bei einer libanesischen Facebook-Gruppe angemeldet hatte, eingeleitet. Facebook sperrte den terroristischen Nutzer, nachdem die Polizei vergangene Woche auf den Fall aufmerksam geworden war.

Polizeiberichten zufolge lautete die Nachricht des Terror-Verdächtigen: "Ich bin Hisbollah und ich werde dich und deine ganze Familie töten - das verspreche ich." Die nun eingeleitete Untersuchung ist die erste dieser Art in Australien. Viele Sicherheitsdienste müssen sich eingestehen, dass sie nur bedingt mit dem Problem von Online-Bedrohungen aus dem Ausland zurande kommen können. Die Internationalität von Facebook etwa erschwere es den Sicherheitsunternehmen, die betreffenden Täter zu fassen. Die Leute auf solchen Webseiten gestalteten ihre Profile zumeist mit falschen Angaben, beklagen die Firmen.

Anti-Terror-Experten warnen nun auch davor, dass terroristische Organisationen soziale Netzwerke zur Rekrutierung von Mitgliedern missbrauchen könnten. Es könne sich ein ähnliches Problem wie mit pädophilen Sexualstraftätern entwickeln, die MySpace, Facebook & Co in der Vergangenheit bereits zu ihren Zwecken genutzt hatten . Im Allgemeinen setzen sich die Nutzer vor allem durch eigene Unachtsamkeit den Gefahren in den Online-Netzwerken aus. Viele gehen mit ihren Daten zu freizügig um, oder nehmen grundsätzlich jede Freundesanfragen bedenkenlos an. "Das Problem bei Facebook ist dann, dass jeder 'Freund' infolge automatisch auf die gesamten persönlichen Informationen zugreifen und diese ausspionieren kann", bemängelt etwa Shanton Chang, Technologie-Experte an der Universität von Melbourne.

Zu viele Nutzer seien sich nach wie vor nicht bewusst darüber, von wie vielen Menschen ihre Profile tatsächlich eingesehen werden können. "So ist es sowohl für Marketing-Firmen als auch Terrorgruppen einfacher, die Daten der Mitglieder einzusehen und zu nutzen", so Chang. In Zukunft würden die Social-Networking-User allerdings auch geübter darin werden, normale Nutzer von Unruhestiftern zu unterscheiden, prognostiziert der Experte. Facebook hat zuletzt zumindest die Möglichkeiten, persönliche Daten zu schützen, etwas verbessert. "Wir nehmen das Thema Datenschutz sehr ernst und versuchen eine vertrauensvolle Umgebung für die Nutzer zu schaffen", so eine Facebook-Sprecherin. Neue Freundeslisten würden den Usern nun helfen, besser auszuwählen, welche Informationen mit welchen Gruppen von Leuten geteilt werden.

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