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Technologie
Web & Social

Web 2.0 kann nächste Bundestagswahl entscheiden

Kathrin Schmitt
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Montag, 2. Juni 2008, 10:25 Uhr

US-Präsidentschaftskandidat Barrack Obama schreibt einen Blog und nutzt den Micro-Blogging-Service Twitter. Jetzt diskutieren Experten aus Deutschland mit Vertretern der US-Handelskammer 'AmCham' in Deutschland, ob solche Mittel des Web 2.0 auch in Deutschland funktionieren und ob sie Einfluss nehmen könnten, beispielsweise auf die nächste Bundestagswahl.

Im Mittelpunkt der heutigen Spring Membership Conference des Telecommunications, Internet, and Media (TIM) Committee der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) steht das "Web 2.0". Experten aus Politik, Wirtschaft und Medien diskutieren eine Vielzahl aktueller Aspekte - von "Politischer Kommunikation 2.0" mit Blick auf den laufenden US-Wahlkampf und die nächste deutsche Bundestagswahl, bis hin zum Spannungsfeld zwischen freiem Informationsfluss und dem Schutz persönlicher Daten in Social Networks.

In seiner Keynote "US-Wahlkampf 2.0" beleuchtete Klaus Eck, Kommunikationsberater und Herausgeber des Online-Journals PR Blogger, zunächst Erkenntnisse aus der Sicht eines Blog-Experten. Er sagte bei der Veranstaltung in der Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund in Berlin: "Der US-Wahlkampf ist der deutschen Politik um Lichtjahre voraus. Hierzulande finden nur wenige Politiker ins Web 2.0 und zeigen sich nicht besonders risikofreudig. Demgegenüber wäre der Wahlkampf Barack Obamas ohne Online Campaigning gar nicht mehr denkbar."

Seiner Ansicht nach spiele der "voraussichtliche Kandidat der US-Demokraten geradezu brilliant" auf der Klaviatur der Web 2.0-Instrumente. Eck führte an, dass Obama bloggt, twittert, mehr als 800 Videos online stellt und aktiv Social Networks wie MySpace und Facebook nutzt. "Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten kann er über das Internet sehr viele junge Menschen für sich mobilisieren und erhält zudem auf diesem Wege viele Spenden", argumentierte Eck.

Nicht nur die Bedeutung des Parlaments als des Ortes öffentlich wahrgenommener Debatten sei rückläufig, auch Talkshows und das Fernsehen im Allgemeinen seien bei jungen Menschen in der Defensive, hieß es von der Konferenz. Dagegen seien aktive Teilnahme an Blogs, Video-Communities und Sozialen Netzwerken hoch im Kurs bei der Generation Internet, der ersten digital sozialisierten Generation. "Wird die nächste Bundestagswahl also im Netz entschieden?", fragte etwa Moderator Peter Turi vom Mediendienst turi2 die Teilnehmer aus Politik und Medien. Er stellte klar die These auf: "Die nächste noch nicht, aber spätestens die übernächste - weil das Internet die Art zu kommunizieren vor allem bei der jüngeren Generation radikal ändert."

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