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Technologie
Web & Social

Internet überholt Zeitung als Informationsquelle

Dietmar Müller, pte
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Freitag, 17. Oktober 2008, 14:38 Uhr

Das Internet setzt seinen Siegeszug bei den deutschen Mediennutzern ungebrochen fort. So nutzen mit 22,1 Millionen Menschen mittlerweile bereits 45 Prozent der Bundesbürger im Alter zwischen 14 und 64 Jahren täglich das Web. Allein im vergangenen Jahr kamen 2,5 Millionen tägliche Internetnutzer hinzu.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) in der aktuellen "Allensbacher Computer- und Technik-Analyse" (ACTA) für das Jahr 2008. "Mit dem Internet verschiebt sich nicht einfach nur das Mediengefüge, sondern es entsteht vielmehr eine völlig neue Informationskultur", erklärte IfD-Geschäftsführerin Renate Köcher laut Spiegel-Bericht gestern in München. Diese Entwicklung habe für die klassischen Medien besonders bei jüngeren Nutzern einschneidende Konsequenzen. So sei das Internet im Informationsalltag der Unter-40-Jährigen hierzulande bereits präsenter als die Zeitung.

Während die Zeitungsbranche mit sinkenden Auflagen- und Verkaufszahlen in Folge der Abwanderung vieler Leser ins Web kämpft, erfreuen sich entsprechende News-Portale im Netz zunehmender Beliebtheit. Die Online-Plattform des Magazins Der Spiegel erreicht laut ACTA 2008 nunmehr etwa drei Millionen Nutzer pro Woche, ein Wachstum von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch andere Nachrichtenportale wie FAZ.net (47 Prozent), Welt Online (39 Prozent) oder Bild.de (41 Prozent) erzielten enorme Zuwächse. "Online-News-Seiten punkten mit Aktualität und interaktiven Darstellungsmöglichkeiten bei den Nutzern", stellt Bitkom-Sprecher Christian Hallerberg fest. Wenn es um die Schnelligkeit einer Meldung geht, habe das Internet gegenüber anderen Medien eindeutig die Nase vorne. "Jedes Medium - Zeitung, TV und Radio - hat seine Stärken und damit auch seine Berechtigung. Das Internet führt einige dieser Stärken zusammen und hat somit strukturelle Vorteile", merkt Hallerberg an.

Besonders deutlich wird die Verschiebung in der Mediennutzung laut der ACTA-Analyse bei den jüngeren Bundesbürgern mit Hochschul- oder Fachschulabschluss. So gaben innerhalb der 20- bis 39-Jährigen mit 51 Prozent bereits mehr als die Hälfte der Befragten an, das Internet als wichtigste Informationsquelle für das aktuelle Geschehen zu nutzen. Die Zeitung, die immerhin noch 46 Prozent als wichtigste Quelle sehen, wurde somit in diesem Jahr erstmals überholt. Auch die Bedeutung des klassischen Fernsehens beginnt in dieser Altersgruppe zu bröckeln. Erzielte der TV-Bereich noch vor drei Jahren einen Wert von 74 Prozent, zeichnet sich 2008 mit einem Rückgang auf 67 Prozent ein deutlicher Abwärtstrend ab.

Neben der Beschaffung von aktuellen Nachrichteninformationen wird das Internet von den deutschen Bürgern vor allem für die soziale Interaktion genutzt. Das Social-Community-Portal StudiVZ kommt der ACTA-Analyse zufolge beispielsweise inzwischen auf 3,2 Millionen Besucher pro Woche. Die Zugehörigkeit zu Online-Netzwerken erweist sich allerdings als stark altersabhängig. So sind zwar 47 Prozent der 14- bis 19-Jährigen in einer Internet-Community vertreten, während von den 40- bis 54-Jährigen aber nur acht Prozent einer solchen Netzgemeinschaft angehören.

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