Black Box in Longhorn – Totale Überwachung als Standard-Tool

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Microsoft serviert seinen Bullen in Scheibchen. Neuester Appetizer ist eine integrierte Black Box, doch sie könnte Usern und Datenschützern Magenschmerzen bescheren.

“Unser Ziel ist es, dass der Nutzer jederzeit alles unter Kontrolle hat”, so Sullivan. “In der Benutzeroberfläche erscheint ein Dialogfeld, bei dem klar ausgewählt werden kann, ob man die Informationen abschicken möchte. Auch werden die Details so dargestellt, dass der Anwender Buchstabe für Buchstabe analysieren kann, was er verschicken möchte.”

Kritiker befürchten jedoch, dass dieses Verfahren den Anwendern viel Zeit und Nerven rauben könne. Und obwohl sie zwar den Inhalt eines Dokuments einsehen könnten, würden sie oft nicht die Bedeutung der ebenfalls aufgeführten technischen Daten erkennen – beispielsweise Verzeichnis-Einstellungen.

So sagte Industrieanalyst Richard Doherty, er bezweifle, ob Microsoft von den Nutzern bereits genug Feedback über das Feature bekommen habe. Sogar Flugzeugpiloten könnten entscheiden, ob ihre Black Box routinemäßige Cockpitgespräche aufzeichnet. Microsofts Version des Kontrollgeräts “schreit nach mehr Tests in einer realen Umgebung”, so Doherty.

Die theoretischen Vorteile des Tools liegen auf der Hand: Denn damit könnte Microsoft in dem Moment auf ein Problem reagieren, in dem es zum ersten Mal auftaucht und ein Patch bereitstellen, bevor andere Nutzer davon betroffen sind. Doch daran glaubt nicht mal Produktmanager Sullivan. Bis zu dem Tag an dem ein Fehler nur einmal auftaucht und dann behoben wird, sei es noch ein weiter Weg – “das wird ein Ziel bleiben”.