CA ist wieder auf Kurs

Management

Die Handschrift des neuen CEO wird für Außenstehende vor allem durch eine klar artikulierte Produktstrategie fassbar.

Neben der Eingrenzung des eigenen Aktivitätsradius hat sich Swainson vorgenommen, bei der CA-Produktpalette den Eindruck von Stückwerk zu eliminieren. Alle Produkte sollen unter dem Sammelbegriff ‘Enterprise IT Management’ (EITM) ihre eigene Nische finden, jedoch Teile eines wiedererkennbaren Gesamtkonzepts sein. Etwaige Lücken sollen durch eigene Entwicklungen, aber auch durch gezielte Akquisitionen geschlossen werden. Der Kauf der Hersteller Concord und Netegrity passen in dieses Szenario.

Die Produkte der Akquirierten Unternehmen sollen in etwa einem Jahr vollständig in die CA-Suite integriert sein. Dass durch diese Integration die eine oder andere etablierte Marke vom Markt verschwindet, kümmert Swainson wenig. “Wir haben eher zu viele Marken im Portfolio”, sagt er. An deren Stelle soll sich CA als Hersteller und EITM als Gesamtkonzept positionieren. Der Anfang dazu wurde vor drei Wochen auf der US-Hausmesse ‘CA World’ in Las Vegas gemacht, als 26 Produkte neu präsentiert wurden. “Es war der größte integrierte Produkt-Launch in der Geschichte von CA”, so Swainson.

“Vereinfachen und vereinheitlichen” hat sich CA auf die Fahnen geschrieben, und sieht darin nicht nur die große Chance für sich sondern auch eines der größten Anliegen der Anwender. Andrew Dutton, Europa-Chef von CA, versucht das so zu illustrieren: “Im Jahr 2000 wussten CIOs noch zu 100 Prozent, was alles bei ihnen installiert war. Inzwischen sind so viele Module, Hardware, Software und Anwendungen hinzugekommen, dass nach unseren Erkenntnissen sie nur zu 60 Prozent im Bilde sind, was bei ihnen läuft. Um diese Komplexität zu bewältigen, brauchen sie Management-Tools.”

Dass man damit möglicherweise etwas zuviel versprechen könnte, befürchtet Swainson nicht. “Die Industrie hat Mitte der Neunziger versucht, die Vereinfachung mittels der ‘Management Frameworks’ zu erreichen, und ist daran gescheitert. Inzwischen hat sich allerdings einiges getan: Standards haben sich in dramatischem Tempo entwickelt, die technischen Umgebungen sind ausgereifter, die Hersteller sind klüger, und schließlich sind die Anwender zu so einem Schritt bereit”, zählt er auf. Komplexität sei etwas, womit man es heute als Anwender aufnehmen könne. Er selbst habe dazu eine besondere Beziehung entwickelt: “Ich mag Komplexität”, sagt Swainson. “Es gibt uns die Chance, Dinge zu vereinfachen.”