Verkaufen statt tüfteln – neue Rezeptur für SAP

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Mit kniffligen Technologiethemen hat der designierte SAP-Chef Léo Apotheker wenig am Hut. Dementsprechend knackig formuliert er seine Pläne für die Software aus Walldorf. Er wolle eine “coole Plattform für Unternehmen” schaffen. Cool war bisher nicht unbedingt das Adjektiv, das sich dem Anwender im Zusammenhang mit SAP-Software aufgedrängt hat.

Wirklich aus der Bahn werfen dürfte all das Léo Apotheker nicht. Der eloquente Ritter der Ehrenlegion ist zwar als Charmeur bekannt – allerdings einer mit Härte. Intern gilt er als fordernd und recht deutlich, wenn es um Zielvorgaben geht.

Bleibt nur noch das Problem des Wohnorts. Der Manager spricht fünf Sprachen fließend und pendelt derzeit zwischen Walldorf und Paris. Dort residiert er mit Frau, Sohn und Tochter im vornehmen 17. Arrondissement. “Ich bin ein Großstadtmensch” sagt er von sich selbst und tatsächlich kann man sich den smarten Manager nur schwer zwischen den platten Spargelfeldern zwischen Nußloch und St.Leon-Rot vorstellen.

Prompt hat denn auch schon der Betriebsrat aus der SAP-Zentrale gemotzt – auch der zweite Chef solle doch bitte in Walldorf sitzen. Ein Konsens wurde bereits gefunden. Der designierte SAP-Chef hat künftig zwei Hauptbüros, eines in Paris und eines in Walldorf.

Und vielleicht lässt sich der bekennende Feinschmecker Apotheker ja am Ende doch noch auf die Baden-Württembergischen Spargelfelder locken. Schließlich hat sich auch der ehemalige Trainer der Fußballnationalmannschaft Jürgen Klinsmann jahrelang geweigert, seine kalifornische Wahlheimat zu verlassen – nach einem lukrativen Angebot des FC Bayern sucht er jetzt für sich und seine Familie ein Bleibe in München.

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