Telcos verschlafen Unified Communications

Unified Communications (UC) wird sich zum zentralen Schlachtfeld der Umverteilung der Mehrwertkette im ITK-Markt entwickeln. Die traditionellen Platzhirsche aber laufen Gefahr in Irrelevanz zu versinken.

Warum schlafen Telkos im UC Markt?

Die zögerliche Haltung der Telkos ist sicherlich nicht rein auf blankes Unverständnis des ITK-Marktes zurückzuführen – auch wenn es manchmal so scheint. Telkos haben ganz einfach mehr zu verlieren. In 2007 lag der Cash Margin (gemessen als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit über Umsatz) bei etwa 22 bis 25 Prozent. Im selben Zeitraum konnten IT-Dienstleister nur etwa sieben bis neun Prozent Cash Margin verzeichnen. Hardware-Anbieter konnten sich glücklich schätzen, überhaupt einen positiven Cash Margin zu generieren.

Fazit

Wir glauben, dass ein verstärktes Auftreten der Telkos im UC-Markt sich sehr wahrscheinlich in geringeren Cash Margins widerspiegeln würde. Die Zurückhaltung der Telkos ist daher nicht vollkommen verwunderlich. Das Problem der Telkos liegt allerdings darin, dass Kommunikation unweigerlich ein Teil der IT-Landschaft wird. Mit anderen Worten: die Telkos können nicht auf den Status Quo setzen. Telkos, die nicht aktiv UC vorantreiben, laufen ein sehr großes Risiko, im ITK-Markt in Irrelevanz zu versinken.

Noch generieren Telkos die Ressourcen die notwendig sind, um eine langfristige Strategie im ITK-Markt mit den richtigen Investitionen zu finanzieren. Unserer Ansicht nach muss UC ein fester Bestandteil einer solchen Strategie sein. Telkos erkennen unserer Meinung nach kaum diese Umverteilung in der ITK-Mehrwertkette, die durch UC weiter vorangetrieben wird. Dieses Versäumnis kann ihnen zum Verhängnis werden. Der ITK-Markt wird ohne einige starke Netzwerk-Management-Betreiber à la BT Openreach nicht auskommen – wohl aber ohne klassische Telkos.