Fujitsu Siemens steht vor grundlegendem Wandel

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On-Demand-Storage und -Computing, geringe Margen im Consumer-Segment, Ökobilanzen – das Augsburger Unternehmen muss sich ganz neuen Herausforderungen stellen. silicon.de sprach mit dem deutschen Geschäftsführer Hans-Dieter Wysuwa.

silicon.de: Damit kommen wir zur Serviceorientierung, die Sie vorhin angesprochen haben. Ihrer Meinung nach wird der Mittelstand über kurz oder lang Software bzw. Dienste online entgegennehmen. FSC hat seit neustem die Online-Speicher-Lösungen Fibercat SX80 im Angebot. Ist der Mittelstand schon bereit für Storage on Demand?

Wysuwa: Schwierige Frage. Der Mittelstand besteht aus fast einer Millionen Unternehmen. Die größeren davon sind bestimmt bereit dafür. Auf der anderen Seite tun sich gerade diese Kunden schwer mit dem klassischen Outsourcing. Fertigungsentwicklung oder Entwicklungs-Know-how außer Haus zu geben ist für diese Unternehmen ein Unding.

Managed Service kann ich mir da eher vorstellen. D.h. man stellt eine Leistung bereit und übernimmt sowohl die Assets als auch die Dienstleistung dafür, macht es aber im Haus des Kunden. Das ist deswegen so wahrscheinlich, weil es auch in Zukunft einen Mangel an Fachkräften geben wird, auch und gerade im gehobenen Mittelstand. Aber nicht nur der ist betroffen, auch die öffentliche Hand und andere. Virtualisierungs- oder Storage-Experten sind zu normalemn Gehältern nach BAT nicht zu halten. Ich sehe daher einen schleichenden Prozess zu Storage, Service und Software on Demand.

silicon.de: Lassen Sie uns das zusammenfassen: Einerseits wollen die Mittelständler ihre kritischen Daten im Haus behalten. Andererseits sehen Sie durch den Mangel an Fachkräften einen Trend hin zu SOD?

Wysuwa: Ich würde das sogar noch weiter spannen: Ein Unternehmen, dass sich auf SOD einlässt, muss auch das ganze Thema Virtualisierung drauf haben, Archivierung möglicherweise, Tape-Virtualisierung und dann wahrscheinlich auch VMware, Citrix, je nachdem was man vorhat. Dazu kommt SAP-Wissen, das man unbedingt benötigt. Wie soll das der Kunde in Zukunft selber lösen? Mit welchen Fachkräften will er das umsetzen? Die sind ja gar nicht mehr bezahlbar. Ich lasse meine Gedanken jetzt etwas fließen – auf jeden Fall haben wir es hier mit einem gravierenden Problem zu tun, das es bald zu lösen gilt.

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