Die Ursprünge der Verschlüsselung

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Beim Thema Kryptographie denkt man heute an Industriespionage und Internetkriminalität. Doch die Verschlüsselung von Informationen – beziehungsweise deren Entschlüsselung – war es auch, die den zweiten Weltkrieg mit entschieden hat.

Und die Enigma war nicht die einzige Chiffriermaschine, die den Experten im Bletchley Park den Schlaf raubte. Hinzu kamen Systeme, die mit dem Verschlüsselungssystem ‘FISH’ arbeiteten – zum Beispiel die Hochleistungsmaschine Lorenz SZ40/42.

Die Verschlüsselungsmethode wurde von britischen Kryptoanalytikern schnell geknackt. Ursache war ein schwerwiegender Fehler der Deutschen, die beim ersten Erprobungsversuch eine etwa 4000 Zeichen lange Nachricht mit leicht unterschiedlichem Text, jedoch mit derselben Pseudozahlenfolge, zweimal übertrugen. Tatsächlich half das den Wissenschaftlern zunächst aber wenig, da es Wochen dauerte eine einzige mit Lorenz verschlüsselte Nachricht zu entziffern.

Abhilfe schaffte Colossus, eine Maschine, die als erster speicherprogrammierbarer Computer in die Geschichte einging. Der Rechner war jedoch nicht im heutigen Sinne frei programmierbar, sondern an eine bestimmte Aufgabe angepasst. Alle britischen Colossus wurden nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert und vernichtet, ein Nachbau steht in Bletchley Park.

Rund zwei Millionen Pfund sind nach Angaben des Bletchley Park Trust nötig, um das Anwesen jetzt, über 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, zu restaurieren. Ein Herrensitz, den Winston Churchill einmal als britische Geheimwaffe bezeichnet hat, die den Krieg gewonnen hat.

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