IT-Azubis pushen sich mit Ecstasy

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Durchschnittlich fünf Prozent der Belegschaft einer deutschen Firma haben ein Alkoholproblem, schätzt die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Zunehmend Sorge bereitet Experten jedoch die Tatsache, dass der Druck des Berufsalltags immer häufiger zu Depressionen führt. Eine Situation, die von Mitarbeitern und Chefs nur schwer in den Griff zu bekommen ist.

Diejenigen, die sich auf dem Weg nach oben jedoch zuviel zumuten, greifen nicht selten zur Flasche. So etwas kann in einer Firma über Jahre unentdeckt bleiben: “Alkohol kann die Leistungsfähigkeit über einen langen Zeitraum steigern, weil damit die Depression vertuscht wird”, sagt Bernd Sprenger, Chefarzt der Oberbergkliniken Berlin-Brandenburg, die sich auf die Behandlung von Suchtkranken spezialisiert haben. “Salopp ausgedrückt heißt das, wenn man Ärger im Büro hat, trinkt man ein bisschen und dann ist es schon nicht mehr so schlimm.”

Aus dem Bierchen nach Feierabend, um “runterzukommen”, wird so nicht selten eine Schnapsflasche in der Aktentasche, um die Herausforderungen des Tages zu meistern. Oft sind Familie und Freundeskreis längst zerrüttet bis dann auch die berufliche Leistungsfähigkeit wegbricht, so Sprenger gegenüber silicon.de. “Wenn die Betroffenen ihren Job nicht mehr meistern, haben sie in der Regel längst ein Stadium erreicht, in dem sie ihre beruflichen Termine um den Alkoholkonsum herumbasteln.”

Spätestens dann hilft nur noch ein Entzug, verbunden mit einer Therapie. Sowohl in den Oberbergkliniken als auch bei Siemens steht dabei immer im Vordergrund, die Betroffenen so bald wie möglich wieder in den Berufsalltag zu integrieren. Doch erst einmal ist es eine heikle Aufgabe, einen offensichtlich abhängigen Mitarbeiter auf sein Problem anzusprechen. “Das sind unangenehme Gespräche, in denen konstruktiver Druck sehr hilfreich sein kann. Wir bereiten unsere Manager unter anderem durch Rollenspiele auf solche Situationen vor, um ihnen die nötige Beharrlichkeit anzutrainieren”, sagt Siemens-Expertin Agnesens-Heintz.

Besonders schwierig seien sie Gespräche aber vor allem dann, wenn der Mitarbeiter unter Depressionen leide. “Die Betroffenen darf man mit ihrem Problem möglichst nicht direkt konfrontieren, denn sie reagieren noch sensibler als Suchtkranke und machen noch eher – und dann oft dauerhaft – zu.” Eine Gratwanderung für den zuständigen Chef.

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