Balance zwischen Innovation und Investition

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Neue Technologien haben die Ansprüche an den CIO grundlegend geändert. Er findet sich im Spannungsfeld zwischen Anwendern, die ihre alltäglichen Anwendungen und Geräte gerne am Arbeitsplatz nutzen wollen, und den Anforderungen des Geschäftsführers wieder. Letzterer wünscht sich eine aktivere Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg der Firma.

Wie also kann eine Vision für den CIO aussehen? Er muss künftig mit weniger Mitteln mehr und verschiedene Geräte einbinden. Auf diesen werden voraussichtlich viele heute noch gar nicht bekannte Applikationen ausgeführt, die direkt oder indirekt mit dem Internet verbunden sind – und zwar unbedingt sicher. Das kann eine IT-Abteilung alleine eigentlich nicht mehr bewerkstelligen. Glücklicherweise für den CIO sehen die Analysten auch einen Trend hin zu Outsourcing und SaaS (Software as a Service), den auch die Redakteure von silicon.de bestätigen können.

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So ist sich Gartner sicher, dass

  • bis 2012 mindestens ein Drittel aller Ausgaben für Software auf Mietangebote entfallen wird. Die Ausgaben für Software-Lizenzen werden dagegen zurückgehen.
  • bis in drei Jahren 40 Prozent der IT-Infrastruktur als Service ins Unternehmen kommt.

Dies bestätigt die Konkurrenz: IDC beispielsweise sagt einen weltweiten Umsatz mit SaaS-Anwendungen von 10,7 Milliarden Dollar bis 2009 voraus. Der Siegeszug der Anwendungen aus dem Internet ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Dies muss als Chance begriffen werden: Gehostete Applikationen können der direkte Weg sein, den Spagat zwischen Innovation und Investition zu meistern. Zumal Software-on-Demand zunehmend ausgereift wird, nachdem der Internet-1.0-Hype Application Service Providing (ASP) vor rund einem Jahrzehnt Dienstleister und Kunden schwer enttäuschte.

Mit ASP versuchten Dienstleister ihren Kunden über dünne Leitungen ressourcenhungrige Applikationen anzubieten, die für eine traditionelle Client-Server-Architektur gebaut wurden. Heutige SaaS-Anwendungen sind dagegen Applikationen, die speziell für den Einsatz im Internet geschrieben wurden. Dazu kommen Verfahren wie beispielsweise AJAX (Asynchronous JavaScript and XML) zum Einsatz.

Der Riesenvorteil für den CIO ist es natürlich, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Client-Server-Anwendungen bei SaaS keine Installation und Pflege von Software auf den Computern der Benutzer notwendig ist. Die Wartung der Serverhardware und -applikation übernimmt der SaaS-Anbieter. Das reduziert den Verwaltungsaufwand im Unternehmen und sorgt dafür, dass Mitarbeiter im Unternehmen sofort einsatzbereit sind.

Der Siegeszug von SaaS, den Provokateur Carr als Todesstoß für den CIO auslegt, kann also vielmehr seine Zukunft sein: Viele heute inhouse erledigten Tätigkeiten werden voraussichtlich nach und nach von spezialisierten Dienstleistern übernommen. Ganze Aufgabenbereiche wandern in die Internet-Wolke ab.

Arbeitslos werden die Systemadministratoren und IT-Verantwortlichen in den Unternehmen dadurch wohl kaum. Denn auf der anderen Seite erwachsen ihnen durch die ungebrochen rasanten Entwicklungszyklen in der IT-Industrie immer wieder neue Anforderungen.

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