Olympia zwischen Zensur und Datenschutz

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Vor zwei Monaten hat ein Team von fast 100 Offiziellen alle erdenklichen Bedrohungsszenarien für die Spiele in Peking durchgespielt – politische Unwägbarkeiten bleiben aber bestehen. Die Überwachung ist daher auch außerhalb der IT allgegenwärtig.

Auf welcher Seite man immer auch stehen mag: Mittlerweile findet das sensible Thema einer symbol-kräftig nach innen hermetisch abgeschlossenen Firewall auch im Internet ein breites Echo, etwa auf spezialisierten Expertenforen wie der niederländischen Informationsseite greatfirewall.org. Dort können Betroffene ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Internet vor Ort einfließen lassen. Die Ergebnisse auf derartigen Plattformen erscheinen durchaus plausibel, auch wenn oftmals nicht exakt angegeben wird, wie eine Seite geblockt wird. Auch visuelle Eindrücke sind dokumentiert, etwa bei Fotodiensten wie Flickr unter www.flickr.com/photos/gfwscreen.

Auch auf der Ebene der internationalen Organisationen, die an der Ausrichtung der Spiele direkt oder indirekt beteiligt sind, hält der Diskussionsbedarf an, diplomatisch ausgedrückt. Im Klartext: Wer sagt wem, wo es langgehen soll? Für Großveranstaltungen gelten etwa erheblich verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Eine Schnittstellenfunktion bei der Olympiade nimmt organisatorisch gesehen die Arbeitsgruppe “International Permanent Observatory on Security during Major Events” (IPO) ein.

Formell ist diese Einrichtung den Vereinten Nationen angegliedert – und zwar dem United Nations Interregional Crime and Justice Research Institute (UNICRI) mit Sitz in Turin. Das IPO berät Regierungen bei der Planung der Sicherheitsarchitektur für Großereignisse. Die gewonnen Erfahrungen tauschen die Experten in regelmäßigen “Closed Door-Meetings” aus.

Auch die Aktivitäten bei der Olympiade 2008 in Peking werden vom IPO koordiniert. Die Zusammenarbeit mit dem Nationalen Olympischen Komitee (BOCOG) dürfte ein gewagter Drahtseilakt sein, um die Aktivitäten der politisch weisungsgebundenen nationalen Organisationseinheiten in China nicht allzu weit mit jenen der internationalen Organisationen und Verbände auseinander driften zu lassen.

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