“Kritische IT-Vorfälle sind keine Seltenheit in Unternehmen”

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IT-Notfallpläne in Unternehmen werden viel öfter in der Praxis benötigt als gemeinhin erwartet: Jedes dritte Unternehmen musste im letzten Jahr auf seine Disaster-Recovery-Planung zurückgreifen. Gleichzeitig stellt Virtualisierung die IT-Abteilungen bei der Wiederherstellung nach einem Notfall vor neue Herausforderungen.

silicon: Worin bestehen die Schwierigkeiten virtuelle Server in die DR-Pläne zu integrieren? Wie können diese Probleme beseitigt werden?

Andreas Zeitler: Oft lassen sich Tools und Prozesse aus physischen in virtuellen Umgebungen nicht einsetzen, und im virtuellen Bereich sind nicht alle Funktionen verfügbar. Eine weitere Schwierigkeit dabei sind Ressourcenprobleme, die mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von der vollständigen Integration virtueller Systeme in die Backup-Strategie abhalten. Abhilfe schaffen hier Vereinfachung und Automatisierung, nicht zuletzt auch deshalb weil 35 Prozent der Befragten die große Tool-Anzahl als Hindernis für den Schutz geschäftskritischer Daten und Applikationen bezeichnen.

silicon: Woran liegt es, dass jeder dritte Disaster-Recovery-Test nicht erfolgreich ist?

Andreas Zeitler: Die Hautgründe dafür sind menschliches Versagen, technische Fehler, nicht ausreichende IT-Infrastrukturen, veraltete Pläne und unangemessene Prozesse.

silicon: Wie wird sich die Praxis der Datenwiederherstellung in Unternehmen in den nächsten Jahren entwickeln? (auch in Hinsicht auf steigende Datenmengen)

Andreas Zeitler: Die Datenwiederherstellung wird eine immer bedeutendere Rolle einnehmen. Wichtig für Unternehmen ist es, ihre Notfallpläne stets aktuell zu halten und ständig zu testen. So zwingt der zunehmende Einsatz der Virtualisierung Unternehmen aktuell dazu ihre Disaster-Recovery-Pläne zu überarbeiten. Eine wichtige Rolle wird auch die Vereinfachung spielen, denn eine große Anzahl von Tools wird oft als große Schwierigkeit beim Schutz geschäftskritischer Daten und Prozesse genannt. Weiter fortschreiten wird auch die Automatisierung in diesem Bereich, da der Mensch immer noch die Hauptquelle für Fehler ist.

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