Medientage: Konflikt zwischen Journalisten und Bloggern?

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Prof. Dr. Marcel Machill vom Lehrstuhl für Journalistik II der Universität Leipzig erklärt in seiner Keynote, welchen unterschiedlichen Stellenwert Blogs und soziale Medien für die Meinungsbildung in Deutschland und in den USA haben.

Einen Konflikt im Dialog zwischen Bloggern und Journalisten kann Andrea Goetzke von der Berliner Agentur newthinking communications nicht erkennen. Goetzke, die auch für das von der Agentur angebotene Weblog Netzpolitik.org schreibt, konstatierte eine “gute Ergänzung beider Gruppen”. Fast täglich beantworte Netzpolitik.org Anfragen von Journalisten. Ein politisch mächtiges Blog wie die Huffington Post sei laut Goetzke in Deutschland “nicht notwendig”, dafür würden sich das politische System und das Mediensystem der USA zu sehr unterscheiden.

Auch Marc Jan Eumann, MdL, stellvertretender Vorsitzender und medienpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW und Vorsitzender der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand, hat kein Problem mit Blogs: “Jede Erweiterung der Kommunikation ist für die Demokratie ein großes Geschenk”. Bei der SPD lade man mittlerweile Blogger zur Berichterstattung etwa über Parteitage ein, sagte Eumann. Auch im Online-Beirat seiner Partei seien Blogger als Berater vertreten.

Die Teilnehmer waren sich bei aller Begeisterung für die neuen Kommunikationsformen im Internet jedoch einig, dass eine verstärkte Diskussion über die inhaltliche Qualität notwendig sei. Neben der Qualitätsfrage erfordere die immer stärkere Diversifizierung der Medienlandschaft mehr Medienkompetenz”, sagte Goetzke. Eumann sieht in der Vermittlung von Medienkompetenz “die große Herausforderung für die Medienpolitik in Zukunft”. Machill forderte ebenso eine verstärkte Reflektion über die Netzkommunikation und resümierte: “Entschleunigung tut uns gut.”