Neuer deutscher Software-Riese

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Überraschung im Markt für Unternehmensanwendungen: Die Darmstädter Software AG hat ein Übernahmeangebot für die IDS Scheer AG angekündigt. Die Offerte beläuft sich auf rund 477 Millionen Euro. Sie ist “freiwillig” – doch die meisten Aktionäre dürften zustimmen. Denn zwei Großaktionäre haben sich bereits verpflichtet, zu verkaufen.

IDS Scheer sei branchenspezifisch aufgestellt und ergänze den Ansatz der Software AG um vertikales Branchen-Know-how. Das Saarbrücker Unternehmen sei Technologieführer für ‘Business Process Analysis’ und ‘Enterprise Architecture’ mit starkem Beratungsgeschäft. Die Software AG sei in Sachen Infrastruktursoftware führend. Gemeinsam erreichten die beiden Hersteller in vielen Ländern eine “kritische Größe”.

Die Stärken der Software AG bei Middleware-Produkten, Finanzkraft und globaler Präsenz würden um die Stärken von IDS Scheer in Modellierung, Implementierung und Steuerung von Geschäftsprozessen ergänzt. IDS Scheer verfüge zudem über eine hohe Service-Präsenz bei zirka 7500 Kunden und eine starke Stellung im SAP-Beratungsgeschäft.

Die Software AG sei zuversichtlich, neben dem Management auch in der Belegschaft von IDS Scheer eine breite Zustimmung für das Vorhaben zu erreichen. Der Standort Saarbrücken sei heute ein wichtiger IT-Standort in Deutschland und werde es auch in Zukunft sein.

Derweil haben erste Analysten den beabsichtigten Deal kommentiert. Es handele sich zunächst um eine Erweiterung der Services-Geschäftes der Software AG, hieß es vom Forrester-Analysten Dr. Stefan Ried. Die Software AG unternehme in dieser Sache den zweiten Versuch – der vielversprechender sei, als der erste unter der Leitung des Vorstands Holger Friedrich.

IDS Scheer habe eine langjährige Partnerschaft mit SAP, seit kurzem auch mit Oracle und Mirosoft. Bislang sei IDS Scheer komplementär zu deren Lösungen gewesen, weil das Unternehmen keine BPM-Runtime-Engine im Angbot hatte. Das ändere sich mit der Übernahme durch die Software AG.

“SAP hat erneut eine Übernahme verpasst, die sehr gut in das Portfolio gepasst hätte.” Die Software AG könne die IDS-Scheer-Kunden dagegen nun nutzen, um den WebMethods-Integration-Stack aggressiv gegen NetWeaver zu vermarkten.

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