Mickos: “Oracle-Sun-Übernahme ein Sieg für Open Source”

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Unter der Leitung von Marten Mickos wurde MySQL 2008 für eine Milliarde Dollar von Sun Microsystems gekauft. Seit 2001 war Mickos auf dem Chef-Posten der wohl am weitesten verbreiteten Open-Source-Datenbank, die auch manchem kommerziellen Anbietern in die Quere kam. Manche Experten sind gar der Ansicht, dass ohne MySQL Microsoft, Oracle oder IBM niemals Express-Versionen ihrer großen Datenbanken angeboten hätten.

Schon vor einigen Jahren war Mickos überzeugt, dass eines Tages kein Anbieter mehr ohne Open-Source-Technologien auskommen wird. Und mit der immer stärker werdenden Konkurrenz durch Google könnte selbst Microsoft damit beginnen, vermehrt auf Open Source zu setzen. Warum also sollte Oracle dann eine Open-Source-Datenbank behindern?

“Ich habe die Überzeugung, dass mit der Zeit Microsoft umkehren wird und einer der größten Freunde von Open Source werden wird. Ich kann zwar nicht wirklich erklären, warum ich das glaube, aber ich bin überzeugt, dass es unvermeidbar ist”, prognostiziert Mickos. Denn schon jetzt gebe es viele Parallelen.

“Man möchte glauben, dass diese beiden Lager ja total gegensätzlich sind, aber das einzige was Microsoft von Open Source unterscheidet, ist die Tatsache, dass Microsoft bislang geschlossenen Code für den besseren Weg gehalten hat. Aber auf der anderen Seite ist Microsoft sehr entwicklerfreundlich – sie haben gute Tools und sie lieben es, Communities zu bilden. Microsoft hat viele Aspekte, in denen es der Open-Source-Welt sehr ähnlich ist.”

Sobald Microsoft die Herangehensweise bei der Lizenzierung und bei Software-Patenten ändere, könnte Open Source tatsächlich ein integraler Bestandteil der Microsoft-Strategie für die Bindung von Entwicklern und die Bildung von Communities werden: “Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und ich kann mich auch täuschen, aber irgendwie fühle ich, dass genau das passieren wird”, so Mickos.

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