Datenklau in der Schweiz schürt Misstrauen in den IT-Abteilungen

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Die Entscheidung der Bundesregierung, sich als millionenschwerer Hehler beim Klau von Kundendaten aufzuschwingen, hat die Kollegialität unter den IT-Mitarbeitern abrupt beendet. Statt sich wie früher gegenseitig zu helfen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, regiert heute das pure Misstrauen gegenüber Kollegen, Vorgesetzten, externen Partnern und Lieferanten. Schließlich kann jeder der nächste sein, der mit seinem Wissen über die Kunden Millionen verdienen will.

Die Banken-CD soll 1500 Adressen enthalten. Dabei schätzt der “Steueroptimierungs-Experte” Hans-Lothar Merten, dass bis zu 300.000 Deutsche ihr Schwarzgeld in der Schweiz haben. Da lässt sich eine Hochrechnung auf das machen, was clevere IT-Experten noch so nebenbei verdienen könnten.

Nicht nur Europa kommt als Hehler-Länder in Frage, auch in den USA ist das Finanzamt auf der Jagd nach Steuersündern. Vor allem ausländische Banken gelten als suspekt. “Das Misstrauen unter den IT-Mitarbeitern bei diesen Instituten ist sehr groß. Jeder sieht in seinem Schreibtischnachbarn einen potenziellen Whistleblower”, sagt David Woolten, Professor für Personalführung in Südkarolina.

So gelten schon Fachfragen nach Dingen, die nicht direkt mit der Aufgabe verbunden sind, als hochgradig verdächtig. “Ständig bespitzelt und beäugt man seine Kollegen mit Misstrauen”, sagt ein IT-Mitarbeiter von UBS-USA, der nicht genannt werden möchte, schließlich fordert der US-Fiskus von UBS die Herausgabe von 5000 Kundendatensätzen über Amerikaner, die ebenfalls die Schweiz als Steueroase gewählt haben sollen.

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