CIOs stehen vor Revolution im Softwaremarkt

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Künftig werden sich CIOs beim Kauf von Unternehmensanwendungen vergleichbaren Shop-Modellen wie dem Apple App Store gegenüber sehen. Der Markt steht vor einem weit reichenden Wandel, denn es wird sich nicht nur das Delivery-Modell ändern.

Bisher fokussierte sich der Cloud-Computing-Hype vor allem auf die Bereitstellung hochverfügbarer und hochskalierbarer Infrastrukturen sowie Entwicklungs- und Bereitstellungsplattformen für Software im On-Demand-Modell. Mit den Application Stores kommt ein wesentlicher Aspekt zum Cloud-Computing-Hype dazu, der bisher weitgehend vernachlässigt wurde: weltweit aktive Software-Vertriebsplattformen mit einer globalen Marketingmacht und entsprechenden Abrechnungsmodellen für Kunden und Anbieter.

Softwareanbieter können die Cloud-Plattformen nutzen, um webbasierte Software zu entwickeln, auf entsprechenden Infrastrukturen zu hosten und mit ihren Kunden nach Bedarf abzurechnen. Ein kleiner deutscher Softwarehersteller hat so beispielsweise die Chance, dass seine Software über die Stores von Apple, Salesforce, Google & Co. von Kunden auf der ganzen Welt entdeckt, weiterempfohlen und genutzt wird. Er bezahlt dafür entweder eine fixe “Listing Fee” pro Jahr (zum Beispiel bei Salesforce) oder gibt einen Teil des Umsatzes an die Plattform ab (zum Beispiel bei Google).

Sicher sind aus Sicht vieler anspruchsvoller Geschäftskunden noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um die Cloud-Plattformen “Enterprise-ready” zu machen. Eine Grundvoraussetzung im Enterprise-Markt ist beispielsweise, dass die angebotenen Anwendungen auch prozess- und am besten plattformübergreifend miteinander integrierbar sind. Offene Schnittstellen und Webservices-Standards sollen dies gewährleisten. Eine weitere viel zitierte Voraussetzung für Cloud Computing im Geschäftskundensegment sind ausreichende Sicherheits- und Datenschutzmechanismen. In der Praxis sind in beiden Bereichen noch viele Fragen offen und die Anbieter haben noch einige Hausaufgaben zu machen.

Dennoch, das Modell, Softwarelizenzen zu kaufen und auf einer eigenen Infrastruktur selbst zu betreiben, wird langfristig nicht mehr das einzige – und vor allem nicht mehr das dominierende Modell – sein. Was das für den Dienstleistungsmarkt im Allgemeinen und das Ökosystem der ITK-Branche im Speziellen bedeutet, untersucht Berlecon Research derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie im Rahmen einer Studie zum “Internet der Dienste”. Wir freuen uns über Ihre Hinweise, Kommentare und Einschätzungen dazu!

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