Kagermann soll Millionen von E-Autos auf deutsche Straßen bringen

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Auf dem E-Mobility-Gipfel in Berlin traf heute die Bundesregierung auf Vertreter der Industrie. Gemeinsam rief man eine “Nationale Plattform Elektromobilität” ins Leben, deren Vorsitz der Ex-Vorstandschef des Softwarekonzerns SAP, Henning Kagermann, übernimmt.

An wem könnte sich die deutsche Regierung in ihrem Vorhaben ein Beispiel nehmen? Das Fürstentum Monaco etwa ist schon weit vorgeprescht: Der Staat übernimmt grundsätzlich ein Drittel der Anschaffungskosten. Das hängt allerdings vom Kaufpreis des Elektroautos ab. Die maximale Förderung liegt bei 9000 Euro. Obendrauf gibt es noch einen Rabatt bei der Kfz-Steuer. Hybridfahrzeuge werden in Monaco übrigens mit immerhin 3000 Euro bezuschusst. Allerdings ist Monaco nicht Deutschland.

Aber auch die französische Regierung fördert bis 2012 den Kauf von Fahrzeugen mit einem Zuschuss von 5000 Euro für jedes Auto, das maximal 60 Gramm CO2 je Kilometer ausstößt. Hybridfahrzeuge mit höchstens 135 Gramm je Kilometer werden mit 2000 Euro bezuschusst.

Doch die Meinungen zu Kaufprämien für Elektroautos in Deutschland gehen weit auseinander. “Subventionen etwas beim Kauf eines Elektroautos lehnen wir ab. Wir halten es für sehr bedenklich, wenn noch relativ ineffiziente Produkte staatlich gefördert werden”, sagte Heinrich Baumann, geschäftsführender Gesellschafter beim Automobilzulieferer Eberpächter gegenüber dem Handelsblatt. Die Autohersteller VW und Daimler fordern hingegen, dass die Bundesregierung den direkten Nachfrageschub durch die Subventionierung von Elektroautos in Angriff nehme.

Laut Merkel ist es noch ein langer Weg bis sich Elektroautos in Deutschland durchsetzen werden. Bis dahin müssten noch vorhandene Hemmnisse bei Speicher- und Batterietechnologien überwunden werden. Die Bundeskanzlerin will spätestens in einem Jahr das Treffen mit der Branche wiederholen, um die aktuelle Lage zu analysieren. “Wir müssen da nicht in Sack und Asche gehen, wir haben da sehr, sehr gute Voraussetzungen”. Erste Ergebnisse aus den sieben Arbeitsgruppen sollen im Herbst in einem Bericht festgehalten werden.

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