Nacktscanner: Ärgernis oder Notwendigkeit?

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Diese Woche hat die EU-Kommission einen Bericht vorgelegt, wonach der Einsatz von Ganzkörperscannern (GKS) an Flughäfen einerseits effektiv und andererseits nicht gesundheitsgefährdend ist. Nun liegt es am EU-Parlament, eine – wie auch immer geartete – Erlaubnis für die gesamte EU auszusprechen.

Wie aber will man den Bedenken hinsichtlich der Intimsphäre und der Weitergabe der Scannbilder begegnen? “Unser Konzept sieht vor, dass in einem separaten Raum die Nackscans zu sehen sind. Das muss noch von Menschen gesichtet werden, automatisierte Verfahren sind noch wenig zuverlässig. Wird ein fraglicher Gegenstand am Körper entdeckt, werden die kritischen Körperzonen anhand eines Avatars dem Personal am Check-in angezeigt. Dort wird die Person dann konkret abgetastet”, berichtet der Manager.

Allerdings wurde laut heise.de im April dieses Jahres bekannt, dass die US-Regierung auf Testgeräten etwa 2000 Bilder, die von Körperscanner angefertigt wurden, gespeichert hat. “Unsere neuen Geräte haben keinen USB-Ausgang und keinen Anschluss ans Internet. Es ist von daher gar nicht möglich, die Bilder zu sammeln”, entgegnet Kotowski dem Vorwurf. “Andererseits muss es eine Möglichkeit geben zu überprüfen, was man sich angesehen hat, etwa um die Performance eines Gerätes zu testen. Dann müsste man doch wieder Bilder speichern können”, gibt er zusätzlich zu bedenken. Hier seien die Vorgaben der Behörden maßgeblich, bauen könne man prinzipiell alles.

Ein Scanner kostet im Schnitt übrigens 150.000 Euro, darunter ist kaum etwas zu machen. Mit aller Infrastruktur können die Preise aber schnell auf 500.000 Euro steigen. Glänzende Aussichten für Hersteller wie Rapiscan: Für das Geschäft mit Körperscannern wird ein Boom vorhergesagt. Das Marktvolumen für sicherheitstechnische Ausrüstungen und Produkte liegt für Europa aktuell bei etwa 9 Milliarden Euro. Weltweit könnten Schätzungen zufolge 50.000 neue Geräte in den nächsten Jahren verkauft werden.

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