Merkel soll Infineon mit Russland verkuppeln

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Russlands Präsident Dmitrij Medwedew träumt von einem eigenen Silicon Valley. Für vier Milliarden Dollar lässt er derzeit vor den Toren Moskaus die “Stadt der Zukunft” bauen – mit reichlich Platz für Infineon-Technologien. Jetzt soll Bundeskanzlerin Angela Merkel helfen, den russischen Traum vom Einstieg bei Infineon wahr werden zu lassen.

Für das russische Konglomerat aber kein Grund aufzugeben, man scheint nur die Strategie gewechselt zu haben. Nach Informationen der Financial Times Deutschland bemüht Sistema nun höchste politische Kreise, um in München einen Fuß in die Türe zu bekommen.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew und Premier Wladimir Putin hätten in Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel “hartnäckig insistiert”, dass Sistema mit 29 Prozent bei dem Dax-Konzern einsteigen dürfe, schreibt das Blatt und beruft sich dabei auf nicht näher genannte Kreise.

Das Kanzleramt habe sich bereit erklärt, als Vermittler aufzutreten. Merkel habe das Ansinnen grundsätzlich positiv aufgenommen und zugesichert, Gespräche mit dem Konzern erleichtern zu wollen. Die Kanzlerin habe ihren Wirtschaftsberater Jens Weidmann beauftragt, die Lage bei Infineon zu sondieren. “Druck werden wir aber nicht aufbauen”, zitiert das Blatt einen Regierungsvertreter.

Offizielle Bestätigungen für all das gibt es nicht. “Wir führen keine Verhandlungen mit Sistema, darüber hinaus gibt es keinen Kommentar von uns”, sagte ein Infineon-Sprecher auf Anfrage von silcon.de. Sistema-Mehrheitseigentümer Wladimir Jewtuschenkow hatte dagegen vor vier Woche in London getönt, er strebe weiter einen Einstieg bei Infineon an und sei mit dem Management in “konstantem Kontakt”.

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