SAP droht Kartellverfahren in Brüssel

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Im Streit mit dem Softwarehersteller SAP fährt der US-Konkurrent Versata schwere Geschütze auf. Das Unternehmen hat bei den Wettbewerbshütern in Brüssel Beschwerde gegen den Walldorfer Konzern eingereicht. Es ist das erste Mal, dass die EU-Kommission die Marktmacht der SAP prüft.

Versata sieht Parallelen: “Das Verhalten von SAP ähnelt dem von Microsoft, als es den Media Player und den Internetbrowser Explorer an sein Betriebssystem gekoppelt hat”, sagt Kartellanwalt Thomas Vinje. “SAP hat ebenfalls Schnittstelleninformationen zu seiner Software verweigert, dann Versatas Programm geklont und mit der eigenen Software für Unternehmensplanung gebündelt.” Mit Thomas Vinje hat sich Versata einen erfahrenen Streiter ins Boot geholt. Er hat bereits Beschwerden von Microsoft-Rivalen bei der EU-Wettbewerbsaufsicht vertreten.

Versata verlangt von SAP die notwendigen Informationen, um ihre Preisbestimmungs-Software wieder mit ERP kompatibel zu machen. Zudem solle die Kommission eine “angemessene” Geldbuße verhängen.

Ob das US-Unternehmen mit der Beschwerde Erfolg haben kann, hängt nun von der Einschätzung der EU-Kommissare ab. Die Wettbewerbshüter sind verpflichtet, solchen Beschwerden nachzugehen, um dann zu entscheiden, ob sie ein förmliches Verfahren einleiten. “Wir haben die Beschwerde erhalten und werden sie prüfen”, sagte eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Bei der SAP wollte man sich auf Anfrage von silicon.de nicht zu dem Fall äußern.

Der Streit zwischen Versata und SAP schwelt schon länger. 2009 hatte ein US-Gericht SAP wegen Patentverletzung zu einer Zahlung von rund 139 Millionen Dollar an das ehemalige Partnerunternehmen verurteilt.

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