Verfallsdatum für digitale Daten

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Das Web vergisst nicht. Selbst gelöschte Daten fristen noch auf irgendwelchen Servern ein Schattendasein. Die Universität des Saarlandes arbeitet daher an einem Verfallsdatum für digitale Informationen.

“Ziel unserer Forschungen ist es, dass jeder Einzelne die Kontrolle über seine Daten behält. Dazu zählt, dass nicht jeder automatisch Zugriff auf alle Daten erhält und man einmal veröffentlichte Bilder auch wieder löschen kann”, sagt der Informatik-Professor.

“Durchsuche alles, speichere alles und stelle es mehrfach zu Verfügung (Caching)”: Mit dieser Praxis würden die großen Suchmaschinen dafür sorgen, dass keine Daten vergessen würden, erklärt Backes. Um hier wirklich ein wirksames System zu installieren, müsse die Hürde sehr hoch gesetzt werden.

Daher haben die Forscher mit so genannten Captchas auch eine zweite Sicherheitsstufe implementiert. Captchas, die zum Beispiel gegen die maschinelle Registrierung auf Webseiten eingesetzt werden, sind Bilder, die eine Buchstaben- oder Zahlenfolge für das menschliche Auge relativ einfach ersichtlich darstellen. Ein Computer hingegen hat erhebliche Probleme, diese Informationen auszulesen.

“Wer zum Beispiel ein privates Video auf einer Webseite betrachten oder eine private Fotosammlung anschauen will, muss mit Hilfe des Captchas eine Buchstabenfolge manuell eingeben”, erklärt Backes. “Die Daten können durch unser System daher nur noch mit einem hohen kommerziellen Aufwand in großem Maßstab gespeichert werden”, betont Backes.

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