Die Lizenz zur Rettung des Internets

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Die ICANN hat einen Notfallplan für eine Cyberattacke auf das neue System ‘DNSSEC’ ausgearbeitet. Die gesamte Verantwortung in einem solchen Fall liegt künftig in der Hand von sieben Informatikern. Ein Video zeigt Szenen wie aus einem Agententhriller.

Um für DNSSEC die größtmögliche Sicherheit zu gewähren, hat man sich bei der ICANN gegen Katastrophen aller Art gewappnet. Sollte der Master Key für DNSSEC durch eine Cyber-Attacke, einen Terroranschlag oder eine Naturkatastrophe zerstört oder beschädigt werden, greift ein besonders Sicherungssystem.

Für diesen Fall hat die ICANN sieben Experten aus verschiedenen Ländern ausgewählt, die Mitte Juni jeweils einen Smart Key erhalten haben. Im Fall der Fälle müssen sich mindestens fünf der sieben Schlüsselträger an einem geheimen Ort in den USA treffen. Fünf Smart Keys sind nötig, um den Master Key des DNSSEC zu rekonstruieren und das sichere Internet neu zu starten.

Für den extremen Notfall besitzen die Auserwählten zudem physische Schlüssel zu zwei Safes, die weitere Smart Cards enthalten. So kann das DNSSEC auch dann neu gebootet werden, wenn es weniger als fünf Smart-Key-Besitzer zum vereinbarten Treffpunkt schaffen.

Die auserwählten Hüter des Internets sind namentlich bekannt: Paul Kane aus Großbritannien, Dan Kaminsky aus den USA, aus China Jiankang Yao, Moussa Guebre aus Burkina Faso, Bevil Wooding aus Trinidad und Tobago, Ondrej Sury aus Tschechien und aus Kanada Norm Ritchie. Vor allem der Brite Kane plauderte in den vergangenen Wochen mehrmals mit verschiedenen Medien. Er beschrieb Details der sechsstündigen Zeremonie.

Zu ihr waren neben den Auserwählten auch 40 Zeugen geladen, am prominentesten darunter wohl Internet-Vater Vint Cerf. Seine Einschätzung: “Hier ist mehr geschehen als es auf den ersten Blick den Anschein hat.”

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