Getrübte Zukunftsaussichten für Microsoft

Das Agieren von Microsoft verwirrt seine Marktbeobachter: Erst die Flops mit Windows Vista, dem Player Zune und dem Smartphone Kin, jetzt der Riesenerfolg mit Windows 7 – 175 Millionen verkaufte Lizenzen sprechen für sich. Doch die Analysten von Gartner sagen Ungemach voraus: Die IT-Ausgaben brechen ein. Das verheißt nichts Gutes für Office 2010 und das Servergeschäft.

Office 2010 soll laut den Microsoft-Quartalszahlen für April bis Juni 2010 bereits für einen Umsatzanstieg von 15 Prozent gesorgt haben. Peanuts im Vergleich zur Microsoft-Gruppe, die für Windows verantwortlich ist; die legte um nicht weniger als 44 Prozent zu. Zusammen mit dem Server-basierten Umsatz stieg der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 16,04 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal, der Reingewinn sogar um 48 Prozent.

Der IT-Markt in den USA ist wie immer ständig in Bewegung. So fragen sich viele Marktbeobachter: Wer kann Mark Hurd ersetzen? Der vom Aufsichtsrat wegen unethischen Verhaltens zum Rücktritt gezwungene CEO von HP hatte zuletzt Firmen außerhalb der angestammten HP-Domäne akquiriert, so den Smartphone-Hersteller Palm. Sogar von einem Tablet-Computer à la iPad war die Rede. Dies steht nun alles wieder in Zweifel.

Doch schon einmal hat Microsoft, langjähriger Partner von HP, einen Manager an das Unternehmen aus Palo Alto verloren. Bill Veghte leitet dort heute die Softwareabteilung. Die
Seattle Times schlägt deshalb vor, dass die Microsoft-Manager Bob Muglia (President, Server and Tools Business) oder COO Kevin Turner die Nachfolge von Hurd antreten. Der Vorschlag rief ein großes Echo unter den Lesern hervor.