Brüderle: “Fachkraft aus dem Ausland ermöglicht Arbeitsplätze für Deutsche”

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Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will nach seinem Fachkräftedialog mit den Wirtschaftsverbänden am Dienstag (31. August) ein umfassendes Konzept zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte ausarbeiten.

Einwände von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Innenminister Thomas de Maizière, die neue Zuwanderungsregeln bereits abgelehnt haben, will Brüderle überwinden. Er stehe mit seinen Kollegen im Dialog. “Ich glaube immer an die Kraft des guten Arguments.”

Natürlich müsse Deutschland alle heimischen Potenziale ausschöpfen, von der Beschäftigung Älterer bis zur besseren Qualifizierung und Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. “Die Bildungschancen der Kinder dürfen nicht vom Geldbeutel und der Herkunft der Eltern abhängen. Es ist richtig, Kinder aus sozial schwachen Familien fit zu machen zum Beispiel auch für eine Karriere als Ingenieur.” Aber bis das in großer Zahl gelinge, “dauert es noch eine Weile. So lange können wir nicht warten, um die Facharbeiterlücke zu schließen.”

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen schlägt Brüderle zudem eine flexiblere Altersgrenze für den Eintritt in den Ruhestand vor. “Ich bin für eine Flexibilisierung. Wer entsprechende Abschläge in Kauf nimmt, sollte auch mit 60 Jahren schon in Rente gehen können. Wer kann und will, sollte aber auch lange arbeiten dürfen. Ich bin zutiefst überzeugt: Deutschland wird die Älteren dringend brauchen.”

Die Lebenserwartung werde in den nächsten zwei Jahrzehnten noch einmal um zwei bis drei Jahre steigen. “Viele Ältere sind heute fit und aktiv und wollen nicht auf das Abstellgleis geschoben werden. Von ihren Erfahrungen können wir alle profitieren. Mein eigener Vater hat als Einzelhändler bis zum Alter von 86 Jahren gearbeitet. Er wäre nie so alt geworden, wenn er nicht aktiv geblieben wäre.”

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