Anti-Facebook Diaspora geht an den Start

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An diesem Mittwoch ist es soweit: Die Facebook-Alternative Diaspora öffnet ihre Open-Source-Pforten. Vier New Yorker Studenten hatten das Projekt im Frühjahr ins Leben gerufen und dafür 200.000 Dollar von entnervten Facebook-Nutzern gesammelt. Ein Erfolgsmodell?

Für Diaspora wollten die Studenten ursprünglich 10.000 Dollar einsammeln. Das Geld sollte es ihnen ermöglichen, sich während der Sommerferien ausschließlich um die Programmierung kümmern zu können – ohne zeitraubende Studentenjobs. Das Finanzierungsziel war nach nur 12 Tagen erreicht – am Ende waren es 200.000 Dollar von fast 6500 Unterstützern. Sie und viele andere Fans sind offenbar mehr als bereit, ihre Daten zu packen und von Facebook in die Diaspora zu emigrieren. Dementsprechend hoch ist inzwischen der Erwartungsdruck auf die Studenten.

Außer dem Starttermin gibt es bislang folgende Informationen: Die Plattform ist Peer-to-Peer-basiert, offen und dezentral organisiert. Anders als Facebook soll sie Nutzern größtmögliche Kontrolle über die veröffentlichten Daten geben. “Wir haben uns darauf konzentriert, ein klares kontextuelles Modell zum Teilen von Informationen zu schaffen. Das bedeutet, dass Nutzer intuitiv entscheiden können, welche Informationen ihre Arbeitskollegen sehen dürfen und welche ihre Trinkkumpane”, heißt es im Blog. Die Macher sprechen vom ersten “persönlich kontrollierten Alleskönner-Netzwerk, das die Privatsphäre beachtet”. Diaspora wird unter der APGL lizenziert.

Während Facebook die Profile und Vernetzungsdaten seiner Mitglieder auf Servern in seinem Rechenzentrum ablegt, lagern die Infos bei Diaspora auf der eigenen Maschine. Diese ist wiederum mit den Rechnern aller Freunde vernetzt. Will der Nutzer Daten löschen oder verändern, kann er dies sofort und ohne Datenspuren tun, denn er kontrolliert sein Profil direkt. Damit der Rechner nicht ständig online sein muss, erfolgt eine Zwischenspeicherung. Eine Verschlüsselung soll Missbrauch unmöglich machen.

Klar ist aber auch schon jetzt, dass die erste Version noch bei weitem nicht alle von Funktionen enthalten wird, die die Studenten versprochen haben. So fehlt eine direkt zugängliche Programmierschnittstelle anfangs genauso wie die Möglichkeit, Plugins auszuführen. All das solle jedoch schnellstmöglich nachgereicht werden, heißt es vom Diaspora-Team. Für die Zukunft denken sie unter anderem an den sicheren Austausch von Multimedia-Daten oder eine Anbindung an VoIP. “Wir legen nur das Fundament.”

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