Nachhaltigkeit von und mit SAP

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Sustainability ist ein Begriff, so weitläufig wie der Bayerische Wald. Was aber haben Forstwirtschaft, IT-gestützte Sustainability-Initiativen und Kostenersparnis im Unternehmen mit einander zu tun? Offenbar eine ganze Menge.

SAP hat sich zum Ziel gesetzt, 2010 pro Mitarbeiter 67 Prozent der CO2-Emissionen einzusparen, die SAP 2007 gemacht hat – das sind ehrgeizige Ziele. Laut Graf habe SAP bislang eine Reduktion von 20 Prozent erreicht und schon jetzt stamme ein Drittel der bei SAP weltweit verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen.

Einsparen lässt sich an vielen Stellen: In Industrieprozessen, bei Gebäuden, beim Flottenmanagement, im Rechenzentrum. Doch für viele Unternehmen ist es nicht der Umweltschutzgedanke, der an erste Stelle steht, wie Graf erläutert, sondern Compliance. Außerhalb der Software-Industrie existieren deutlich mehr Regelungen und Auflagen. “Auch wir müssen die Auflagen unserer Kunden erfüllen”, kommentiert Graf. So hätte einer der größten deutschen Kunden erklärt, man könne nun keine SAP-Software mehr beziehen, weil es bei SAP keine Nachhaltigkeitsstrategie gebe. Die Firmenpolicy schreibe aber vor, dass Lieferanten eine derartige Selbstverpflichtung eingehen müssten.

Dennoch seien der Umweltschutzgedanke sowie die sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit bei den Anwendern und den Verantwortlichen präsent, erklärt Graf. Es seien ganz alltäglich Themen, die die Manager auch mit ihren Kindern beim Frühstück besprechen. Von daher sei es auch vergleichsweise leicht mit diesen Fragen bis in die oberste Chefetage vorzudringen.

Ein weiterer Aspekt, der Graf dem Thema abgewinnen kann, ist, dass sich dadurch Vorteile im Markt schaffen lassen. Nicht nur für SAP, sondern auch für die Anwender, die dadurch ihre Außenwirkung aufpolieren können, gemäß dem Motto: “Tue Gutes und spreche darüber.” Nicht nur die Außenwirkung sei wichtig, sondern auch die Mitarbeiter würden auf diese Weise zusätzlich motiviert: “Die Menschen brauchen Ziele für ihr Schaffen, die größer sind als das Verkaufen von Software.”

SAP übernimmt beim Thema Sustainability aber ganz bewusst eine Vorreiterrolle. “Wenn wir unsere Marktführerschaft bei Business-Process-Software nicht verlieren wollen, müssen wir auch ein Marktführer beim Thema Sustainability sein”, weiß Graf.

In dem Ovum-Report “Carbon accounting: a key step toward broad sustainability management” erklärt der Autor Warren Wilson, dass SAP hier mit Produkten wie etwa dem SAP Carbon Inpact on Demand bereits gut positioniert ist. Wilson ist davon überzeugt, dass sich mit Sustainability viel Geld verdienen lässt. Er geht von einem Multi-Milliarden-Euro-Markt aus, der mit dem Übergang zu nachhaltigerem Wirtschaften entstehen wird.

Auch wenn Carlowitz sein Grundlagenwerk “Aus Liebe zu Beförderung des algemeinen Bestens beschrieben” hat, geht es natürlich auch ums Geld. Aber im Streben nach Nachhaltigkeit ist ja im wahrsten Sinne des Wortes allen geholfen. “Wir bei Ovum glauben, dass SAP gute Karten hat, einen substantiellen Anteil an diesem Markt zu bekommen”, erklärt Wilson. “Dafür gibt es zwei Gründe: Sustainability Management ist eine natürliche Erweiterung von ERP – SAPs Kerngeschäft – und die Value Proposition ist einfach: Nachhaltige Praktiken machen gute Unternehmen.”

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